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Tag 9 - Zion National Park und Fahrt nach Page

Dienstag, 20.10.2015

 

Zion National Park

Um 7 war die Nacht vorbei, und Utah begrüßte uns mit feinstem norddeutschen Schietwetter. Wir frühstückten, packten unsere Koffer ins Auto und fuhren durch den Regen bis zum Visitor Center des Zion National Park. Gegen 8:30 Uhr erreichten wir den Parkplatz. Der Regen hatte glücklicherweise aufgehört und der Himmel war nur noch bewölkt.

Wir parkten unser Auto und gingen zur Haltestelle der Shuttlebusse. Im Sommer ist die Straße in den Zion Canyon für PKW gesperrt, dafür ist aber ein kostenloser Shuttleverkehr eingerichtet. Etwa alle 10 Minuten fährt einer der kleinen Busse ab und erreicht nach etwas über einer halben Stunde die letzte Haltestelle in dem immer schmaler werdenden Canyon.

An den Haltestellen im Park gibt es viele unterschiedliche Wanderwege, von leicht bis schwer. Wir hatten erst überlegt, den Wanderweg zum Angels Landing, dem Landeplatz der Engel, zu nehmen. Doch dieser Weg, für den man mindestens 4 Stunden einplanen sollte, hat es in sich. Es geht nicht nur steil bergauf, der Weg führt auch über einen steilen Bergkamm, nur durch eine Kette in der Mitte gesichert. Trotz des grandiosen Ausblicks, der sich von dort bieten soll, verzichteten wir auf diese Tortur und fuhren weiter bis zum Temple of Sinawava.

Es ging durch den immer schmaler werdenden Zion Canyon, immer entlang des North Fork Virgin River. Unterwegs boten sich tolle Blicke auf die steinen Felswände und die markanten Felsformationen. Selbst bei wolkenverhangenem Himmel ein tolles Erlebnis. Bei Sonnenschein bestimmt noch wesentlich beeindruckender. 

 

Zion National Park - Riverside Walk zu den Narrows

Am Temple of Sinawava endet die Straße. Von hier führt der gut ausgebaute Riverside Walk bis zum Eingang der Narrows, einer teilweise nur wenige Meter breiten Schlucht, durch die sich der Fluss zwängt. Schon am Anfang des Riverside Walk prangte ein großes Schild, dass die Narrows auf Grund von Sturzflutwarnungen gesperrt waren. Diese Warnung sollte man unbedingt beachten, denn bei Regen kann der Fluss in wenigen Minuten um einiger Meter ansteigen. In der schmalen Schlucht kann das tödlich enden.

Wir wollten bei diesem Wetter aber eh nicht durchs kalte Wasser gehen, sondern nur bis zum Ende des Riverside Walk. Aber auch dieser Weg hatte durch El Nino gelitten, überall auf dem Weg lag Sand, der hierher gespült wurde. Wer aber nicht gerade auf einen Rollstuhl angewiesen war, hatte hier keine Probleme.

Der Weg führt die ganze Zeit zwischen der Steilwand des Canyons und dem North Fork Virgin River entlang. Überall findet man Quellen, Felsbrocken oder kleine Wasserfälle mit hängenden Gärten an der Felswand. Unter Felsvorsprüngen hindurch gingen wir immer weiter in den engen Canyon.

Nach einer halben Stunde hatten wir das Ende des Riverside Walk erreicht. Trotz Flash Flood Warnung hatten aber scheinbar einige Leute den Weg in die Narrows genommen, denn hier standen einige herrenlose Schuhe herum. Möchte man von hier in die Narrows gehen, bleibt einem nichts Anderes übrig, als durch den Fluss in die enge Schlucht zu gehen.

Wir blieben eine Weile und gingen dann am Fluss entlang zurück zur Haltestelle. Die letzte Sturzflut kann noch nicht lange her gewesen sein, denn an einigen Stellen waren frisch ausgewaschene Flussbetten zu erkennen. Schade, dass der Himmel immer noch wolkenverhangen war. Zwängt sich die Sonne in die schmale Schlucht, ist der Eindruck bestimmt noch wesentlich imposanter. Aber auch so ist der Weg zu empfehlen.

 

Zion National Park - Zion Lodge und Visitor Center

Als wir wieder am Temple of Sinawava ankamen, kam auch die Sonne so langsam zwischen den Wolken hindurch. Also stiegen wir an der Zion Lodge aus, denn wir wollten zu den Emerald Pools gehen. Der Rundweg zu den Lower Emerald Pools ist in einer Stunde zu schaffen, für die Upper Emerald Pools sollte man noch eine Dreiviertelstunde zusätzlich einplanen. Wir wollten erst mal zu den Lower Pools und dann weitersehen. Doch kaum hatten wir den Fluss überquert und den Wanderweg zu den Emerald Pools erreicht, kamen die ersten Regentropfen vom Himmel.

Bei Regen hatten wir aber nicht so wirklich Lust auf die Wanderung und gingen wieder zurück zur Zion Lodge. Wir überlegten, ob wir noch einen anderen Weg in Angriff nehmen sollten, oder ob wir schon in Richtung Bryce Canyon aufbrechen sollten. Das Wetter schien sich aber nicht sonderlich zu bessern, also fuhren wir wieder zurück zum Visitor Center. Wir schauten noch kurz im Besucherzentrum vorbei, aber außer den typischen Souvenirs und Broschüren gab es hier auch nichts Besonderes.

Also gingen wir zum Auto und sahen uns erst mal das Wetter für die nächsten Tage an. Zu unserem Erschrecken hatte sich, El Nino sei Dank, ein riesiges Tiefdruckgebiet über Utah und Arizona gebildet. Und das bedeutete Regen für die nächsten Tage. Da es am Bryce Canyon nicht besser aussah, beschlossen wir schweren Herzens, dieses Juvel auszulassen und direkt nach Page zu fahren. Wir wollten wenigstens noch den Grand Canyon sehen, den Bryce Canyon und das Monument Valley hakten wir wegen des Wetters ab…

 

Coral Pink Sand Dunes State Park

Wir verließen das Visitor Center und fuhren die Serpentinen des Zion – Mount Carmel Highway hoch in Richtung Mt. Carmel. Ein letztes Mal bot sich uns der Blick über den gewaltigen Canyon, dann ging es durch den Tunnel zum Osteingang des Parks. Dieser Teil beeindruckt weniger durch hohe Klippen, sondern durch von Wind und Wetter abgeschliffene Felsen, wie dem markanten Checkerboard Mesa.

Gegen Mittag verließen wir den Park und fuhren in Richtung Osten. Nach einem Tankstop in Mt. Carmel ging es dann auf dem Highway 89 weiter in Richtung Page. Wenige Kilometer nach Mt. Carmel entdeckten wir den Abzweig zum Coral Pink Sand Dunes State Park. Eigentlich hätten wir den State Park links liegen gelassen, doch unsere Pläne hatten sich ja geändert hatten und außerdem kam zufällig die Sonne raus. Also entschlossen wir uns zu dem kurzen Abstecher.

Über eine holprige Straße ging es zum State Park und nach etwa 15 Minuten kamen die ersten Dünen in Sicht. Die orangefarbenen Dünen strahlten in der Sonne, dahinter grün bewachsene Berge. Ein toller Anblick nach dem regnerischen Morgen.

Mit einem geeigneten Geländewagen darf man hier über die Dünen brettern. Unser Equinox besaß zwar Allrad, für die Dünen schien uns der SUV aber eher ungeeignet, also bezahlten wir nur die 8$ Eintritt, um in den State Park zu gelangen. Man darf hier allerdings keine unzähligen Aussichtspunkte wie in anderen Parks erwarten. Es gibt einen Parkplatz mit Aussichtsplattform und einen Weg durch die Dünen.

Also hielten wir hier und genossen den Blick auf die orangefarbenen Dünen. Immer wieder jagten Standbuggys durch den Sand und schossen die Dünen hinauf. Wir gingen noch ein Stück über den Dünenweg. Hier sind Infotafeln über die verschiedenen Pflanzen angebracht. Dann gingen wir wieder zurück und verließen den Park. Einen kurzen Abstecher kann man hier einlegen, auch wenn der Eintritt verglichen mit anderen Parks und deren Angebot recht teuer ist.

Auf dem Rückweg zum Highway hielten wir noch an einer Aussichtsplattform außerhalb des State Parks. Der Ausblick hier ist ähnlich wie im Park, nur der Weg durch die Dünen fehlt. Dafür ist dieser Halt aber auch kostenlos.

 

Fahrt nach Page und Antelope Canyon

Wenige Kilometer vor Kanab erreichten wir dann wieder den Highway 89 und setzten unsere Fahrt nach Page fort. Nah einiger Zeit erreichten wir dann die rot-weißen Felsen des Grand Staircase-Escalante National Monument. Von hier erreicht man auch die Coyote Buttes im etwas südlicher gelegenen Vermilion Cliffs National Monument. Hier befindet sich The Wave, eine der bekanntesten Gesteinsformation in Utah und Arizona. Allerdings muss man versuchen, eine der wenigen Permits pro Tag zu bekommen, um The Wave sehen zu dürfen. Diese hatten wir aber nicht, also fuhren wir weiter bis Page.

Da das Wetter mittlerweile wieder ganz gut war, fuhren wir direkt zum Antelope Canyon, wenige Kilometer außerhalb von Page. Hier hat man die Möglichkeit, den Upper oder den Lower Antelope Canyon zu besuchen. Beides sind Slotcanyons, also schmale Schluchten mit vom Wasser abgeschliffenen Felswänden, die die einfallende Sonne rot strahlen lässt. Beide Parkplätze liegen fast gegenüber an der Arizona State Route 98. Doch weder der Upper Antelope Canyon, der nur mit einer Tour besucht werden kann, noch der Lower Antelope Canyon waren geöffnet. Sobald starke Regenfällen drohen, werden die Canyons geschlossen, da die schmalen Schluchten sonst schnell mit Wasser voll laufen und man in der Falle sitzt. Also wollten wir es morgen noch mal versuchen.

 

Glen Canyon Dam und Lone Rock

Etwas enttäuscht drehten wir wieder um und fuhren zum Glen Canyon Dam. Dieser Damm staut den Colorado River zum Lake Powell, dem zweitgrößten Stausee der USA auf. Wir parkten das Auto und gingen über die Straßenbrücke, die vor dem gewaltigen Staudamm über die Schlucht gespannt ist.

Dann fuhren wir weiter zum Lake Powell. Wir bogen vom Highway ab und hielten am Wahweap Overlook. Von hier hat man einen tollen Blick über den südlichen Teil des Lake Powell.

Man Blickt über Antelope Island auf die steilen Felswände auf der Nordseite des Stausees. Wir genossen des Ausblick eine Weile, dann fuhren wir weiter.

Wenige Kilometer weiter überquerten wir wieder die Grenze nach Utah und bogen zum Lone Rock ab. Der Lone Rock ist ein gewaltiger Felsen, der aus dem Lake Powell ragt.

Die asphaltierte Straße führt nur zu einem Parkplatz oberhalb vom See. Wir fuhren aber die Sandpisten weiter bis zum Strand. Die meisten Sandwege sind recht fest, also war die Fahrt an den Strand kein Problem. Vom Strand bot sich auch ein wesentlich besserer Blick auf den Lone Rock. Direkt am Wasser standen schon eine Wohnmobile, scheinbar ist dieser Strand ein beliebter Platz zum campen. Wir drehten noch eine Runde am See entlang, dann fuhren wir die Sandpisten wieder zurück zum Highway.

Hinter dem Glen Canyon Dam bogen wir auf den Scenic Drive zum Glen Canyon Dam Overlook ab. Vom Parkplatz führt ein kurzer Weg die Felsen hinunter zum Rand des Canyons. Hier hat man einen netten Ausblick auf den gewaltigen Staudamm und in das tief ausgewaschene Flussbett des Colorado River.

 

Horseshoe Bend und BBQ

Dann fuhren wir durch Page und fragten uns, was wir noch machen könnten. Irgendwie hatten wir durch die ganze Hin- und Herplanung total vergessen, dass der Horseshoe Bend nur wenige Kilometer von Page entfernt ist. Diese hufeisenförmige Kurve des Colorado Rivers wollten wir eh besuchen.

Also fuhren wir auf den gut ausgeschilderten Parkplatz. An diesem Tag ähnelte der Parkplatz aber eher einem See. Wir fanden aber noch einen trockenen Platz und machten uns auf den Weg zur Schlucht des Colorado River. Vom Parkplatz aus führt ein Weg erst einen kleinen Hügel hinauf und dann wieder einige hundert Meter bergab zum Horseshoe Bend. Auf dem Weg herrschte eine Massenprozession. Und siehe da, hier kamen uns die beiden Männer entgegen, die wir schon in Hamburg in der S-Bahn gesehen hatten. So klein ist die Welt.

Eigentlich war es jetzt schon fast zu spät für den Horseshoe Bend, denn die Sonne ging schon fast unter. So lagen weite Teile der Schlucht schon im Schatten. Bei Sonne kommt das Rot der Felsen noch besser rüber. Aber auch so ist der Anblick gigantisch. Unten am Fluss hatte ein Touristenboot angelegt und so wurden die Dimensionen erst deutlich.

Hier gibt es keine Absperrungen und man kann bis an die Kante des Canyons gehen. Wir machten einige Fotos und ließen den grandiosen Anblick auf uns wirken. Die Sonne verschwand nach und nach, und wir machten uns auf den Rückweg. In der Ferne strahlten die Felsen am Lake Powell noch in der Sonne.

So langsam war es an der Zeit, eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen, aber Page schein irgendwie ein schwarzes Loch in Sachen Datenempfang zu sein. Also versuchten wir unser Glück an einem Mc Donalds. Hier konnten wir uns aber auch nicht ins WLAN einloggen. Irgendwann hatten wir dann endlich Empfang und buchten uns das Clarion Inn in Page. Gute Zimmer und ein für Page akzeptabler Preis.

Gegenüber vom Hotel sahen wir schon riesige Smoker vor einem Restaurant rauchen. Also gingen wir nach dem Einchecken rüber, wir hatten schließlich Hunger. Wir suchten uns einen Tisch im Big John’s Texas BBQ und bestellten Spare Ribs und Pulled Pork. Dazu noch ein Bier, das perfekte Abendessen nach einem so durchwachsenem Tag. Mit 50$ war das Essen zwar nicht gerade günstig, aber dafür extrem lecker. So stellt man sich ein typisches amerikanischen Barbecue vor. Einfach klasse und ein perfekter Tagesabschluss.

Gefahrene Kilometer: 338

Getankt in Mt Carmel Junction: Unleaded Regular für 2,599$/Galone

Hotel: Clarion Inn in Page für 81€ (gebucht über Hotwire)

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