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Tag 6 - Sequoia National Park

Samstag, 17.10.2015

 

Sequoia & Kings Canyon National Park

Um 7 war endlich die Nacht in dieser Kaschemme vorbei. Nach einem „ausgiebigen“ Frühstück checkten wir aus der Bruchbude aus und verließen Fresno in Richtung Osten. Unser Ziel sollten die gewaltigen Mammutbäume im Sequoia National Park sein. Also eigentlich immer der California State Route 180 folgen, sollte wohl kein Problem sein. Zumindest wenn man aufpasst. In Minkler übersahen wir, dass die Straße eine Abbiegung nimmt und bemerkten den Fehler erst nach 15km Fahrt durch scheinbar endlose Obstplantagen. Also umdrehen, und wieder zurück auf den richtigen Weg. Hinter Minkler erreichten wir dann die ersten Ausläufer der Sierra Nevada. Die Straße wurde immer kurviger und schlängelte sich immer weiter den Berg hinauf.

Gegen 10 Uhr erreichten wir dann endlich die Ranger Station am Kings Canyon. Der Kings Canyon bildet zusammen mit dem etwas südlicher gelegenen Sequoia Park einen zusammenhängenden National Park. An der Ranger Station kauften wir uns dann den Annual, oder auch „America the beautiful“ Pass. Dieser Jahrespass kostet 80$ und berechtigt zum Eintritt in allen amerikanischen Nationalparks und nationalen Erholungsgebieten. Da wir noch ein paar andere Nationalparks besuchen wollten, lohnte sich der Pass für uns. Schon alleine der Eintritt in diesen Park hätte uns 30$ gekostet.

 

Sequoia NP - General Sherman Tree

Kurz hinter dem Parkeingang teilt sich die Straße. Die State Route 180 führt nach Norden weiter in den Kings Canyon, wir aber fuhren die kurvige State Route 198 durch dichten Tannenwald in Richtung Sequoia NP. Die Straße führt durch den Sequoia National Forest und wir hielten am nächsten Aussichtspunkt, dem Kings Canyon Overlook. Hier ist noch nichts von den Riesenbäumen zu sehen, vor allem Tannen machen sich in diesem Bereich auf dem felsigen Untergrund breit. Außerdem bot sich uns ein Blick in Richtung Kings Canyon.

Weiter ging es durch das Stony Creek Village und die ersten Rehe überquerten vor uns die Straße. Mit etwas Glück kann man im Park sogar Bären beobachten. Dieses Glück blieb uns aber verwehrt und wir fuhren die Parkstraße weiter bis zum wohl beleibtesten Ziel im Nationalpark, dem General Sherman Tree. Direkt an der Hauptstraße ist nur ein kleiner Behindertenparkplatz, alle Anderen müssen zum General Sherman Trailhead abbiegen. Hier befindet sich ein riesiger Parkplatz, der auch schon recht gut gefüllt war. Wohl jeder, der diesen Park besucht, will zum wahrscheinlich bekanntesten Baum der Erde.

Vom Parkplatz aus führt ein etwa 1km langer Fußweg hinunter in das Tal der Riesen. Schon nach wenigen Metern bot sich uns ein grandioser Blick auf die rötlichen Riesenbäume. Neben den Redwoods, die hier Sequoias genannt werden (Sequoias werden größer), sahen die Menschen fast wie Ameisen aus. Das gewaltige Ausmaß dieser Bäume zeigt sich aber erst, wenn man wirklich neben einem dieser Riesen steht.

Wir näherten uns den Bäumen um kamen als erstes zu zwei nur etwa einem Meter voneinander getrennten Mammutbäumen. Schon der Umfang der Stämme war gewaltig und beim Blick in die Baumkronen konnte einem fast schwindelig werden.

Zur Veranschaulichung der Ausmaße dieser Riesen wurde hier eine Scheibe aus einem Baum herausgeschnitten und aufgerichtet. Etwas weiter wurde einfach ein Loch in einen umgestürzten Redwood geschnitten, durch das man jetzt durchgehen kann.

Die große Menschentraube ließ es erahnen, dass wir uns dem General Sherman näherten, dem größten Baum der Erde. Dieser Baum ist mit 84 Metern zwar nicht der höchste, aber von der Masse her der größte Baum dieses Planeten. Ein gewaltiger Koloss. Und wirklich jeder, der hier rumlief, wollte ein Foto von sich und dem Baum haben. Wir natürlich auch…

 

Sequoia NP - Moro Rock und Tunnel Log

Nachdem wir eine ganze Reihe toller Eindrücke gesammelt hatten, gingen wir dann wieder zum Parkplatz und fuhren weiter auf der Parkstraße in Richtung Süden. Dieser Teil des Parks wird auch Giant Forest genannt. Und den Namen trägt er zurecht, links und rechts der Straße stemmen sich einige dieser riesigen Redwoods in den Himmel.

Nur ein paar Kilometer weiter verließen wir am Giant Forst Museum wieder die Parkstraße und bogen zum Moro Rock ab. Wir fuhren aber erst an der Abzweigung zum Felsen vorbei, denn wir wollten noch zum Tunnel Log. Hier wurde wieder ein riesiges Loch in einen liegenden Mammutbaum gesägt. Doch man kann nicht nur durchgehen, durch diesen Baum wurde gleich die Straße gelegt. Wie oft hat mal schon die Möglichkeit, mitten durch einen Baum zu fahren. Also wollten wir die Möglichkeit nutzen.

Nur blöd, dass einige Asiaten mal wieder meinten, diese Sehenswürdigkeit wäre nur für sie da. Sie posierten eine gefühlte Ewigkeit an dem Baumstamm und störten sich auch nicht daran, dass mittlerweile schon mehrere Autos warteten. Irgendwann hatten sie aber zum Glück genügend Fotos geschossen und machten den Weg wieder frei.

Wir fuhren die kleine Straße bis ans Ende hoch, die an einem Picknickplatz endet. Hier drehten wir aber nur, fuhren wieder zurück durch den Baumstamm und parkten unser Auto am Fuße des Moro Rock. Vom Parkplatz führt ein schmaler, steiler Weg einen gewaltigen Felsen hinauf, den Moro Rock.

Der Fußweg ist zwar meistens gut gesichert, allerdings teilweise so schmal, dass zwei Personen fast nicht aneinander vorbeikommen. Wir stiegen die 350 Treppenstufen hinauf und schon nach wenigen Metern hatten wir einen ersten tollen Überblick über diesen Teil des Nationalparks. Hatten wir eben noch mit nervigen Asiaten zu kämpfen, war es hier eine Gruppe deutscher Jugendlicher, die glaubte, den Berg für sich alleine zu haben. Sie blockierten die Stufen, liefen ständig hoch und wieder runter und kletterten über die Absperrungen an den steilen Abhängen herum.

Wir versuchten, das Gewusel hinter uns zu lassen und kletterten den Felsen weiter nach oben. Die Klettertour macht hier aber richtig Spaß, es geht an steilen Abhängen vorbei und durch schmale Felsspalten. Für Leute mit extremer Höhenangst also eher ungeeignet. Als Belohnung für den Aufstieg erwartete uns Oben ein grandioser Ausblick über diesen Teil der Sierra Nevada. Und in der Ferne waren schon die Serpentinen zu sehen, die uns noch bevorstanden. Wir genossen den Ausblick bei schönstem Sonnenschein und machten uns nach einer Weile wieder auf den Weg nach Unten.

Gegen 14 Uhr ging es dann auf der Parkstraße über unzählige Serpentinen abwärts, weiter in Richtung Süden. Von hier bot sich noch ein toller Blick auf den gewaltigen Felsbrocken, den wir vorher bestiegen hatten.

 

Tunnel Rock und El Nino

Wieder unten angekommen, hielten wir kurz am Tunnel Rock an. Hier überspannt ein gewaltiger Felsblock die alte Parkstraße. Mittlerweile wurde die Straße aber um den Felsen herum geführt, die alte Fahrbahn ist aber noch zu erkennen. Zwei Touris hatten hier anscheinend das Vorhaben, das perfekte Foto zu machen, also blieb mir nichts Anderes übrig, als die beiden auf meinen Fotos mit einzubeziehen.

Von hier hat man außerdem einen netten Blick über das Tal des Kaweah River bis hin zum Moro Rock. Wir genossen den Ausblick und die Natur und machten uns dann wieder auf dem Weg. Die Asiatenfamilie, die neben uns angehalten hatte, veranstalteten derweil einen Wettbewerb im Dauerfotografieren.

Gegen 15 Uhr verließen wir diesen tolle Nationalpark, denn wir wollten noch Kilometer machen. Unser Ziel war es, so weit wie möglich in Richtung Las Vegas zu kommen, im Idealfall sogar bis ins 5 Stunden entfernte Primm. Nach fast 2 Stunden durch Orangenplantagen und riesige Ölfelder hatten wir dann endlich Bakersfield erreicht, und freuten uns darauf, ab jetzt auf dem Highway gut voranzukommen. Doch wir hatten unsere Rechnung ohne die Natur gemacht. El Niño hatte diesen Teil der USA heimgesucht. Dieses Wetterphänomen tritt nur alle paar Jahre im Pazifikraum auf und bringt Australien Dürre und gewaltige Hitze, und der USA nun mal sintflutartige Regenfälle.

Scheinbar war so ein Regen zwischen Bakersfield und Mojave runtergekommen und hatte den gesamten Highway samt Autos und LKWs in metertiefem Schlamm begraben. Sogar bis in die deutschen Nachrichten hatte dieser Erdrutsch es geschafft. Aber anstatt die Autobahn direkt ab dem Autobahnkreuz zu sperren, oder die Sperrung anzuzeigen, wurden erst mal alle Fahrzeuge auf die gesperrte Autobahn geschickt, um an der nächsten Ausfahrt zu drehen. Wer sich diesen Mist ausgedacht hatte wussten wir nicht, aber dadurch standen wir also erst mal im Stau. An der Abfahrt standen aber nette Polizisten zur Stelle und fragten uns, wo wir hin wollten. Da es aber keine Parallelstrecke zu diesem Highway gab, blieb uns nichts anderes übrig, als einen riesigen Umweg in Richtung Süden zu nehmen. Der Weg führte uns über Gorman und Lancaster, und in Mojave erreichten wir dann endlich wieder die California State Route 58, die wir in Bakersfield verlassen mussten.

Insgesamt hatte uns El Niño etwa 2 Stunden Verspätung eingebracht. An eine Fahrt bis Primm war also nicht mehr zu denken, also entschlossen wir uns nur noch ins etwa eine Stunde entfernte Barstow zu fahren. Gegen 20:45 Uhr hatten wir Barstow dann endlich erreicht. Wir hielten kurz an und suchten uns im Internet ein Hotel. Auf dem Weg zum Hotel stach uns dann noch ein Denny’s Diner ins Auge, wir hatten schließlich noch nicht zu Abend gegessen. Für Karin gab es Lachs, für mich ein klasse Steak, dann ging es weiter ins Hotel. Gegen 22 Uhr checkten wir dann endlich im California Inn Barstow ein. Große, saubere Zimmer und das zu einem unschlagbaren Preis. Dieses Hotel können wir auf jeden Fall weiter empfehlen.

Gefahrene Kilometer: 689

Getankt in Bakersfield: Unleaded Regular für 2,799$/Galone

Hotel: California Inn Barstow für 44€ (gebucht über booking.com)

<- Tag 5 - Monterey und Highway 1                    Tag 7 - Las Vegas ->

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