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Tag 5 - Marstrand und Tjörn

Freitag, 31.08.2012

 

Marstrand

Gegen halb Neun hieß es mal wieder raus aus den Federn. Nach einem kurzen Frühstück auf dem Zimmer verließen wir das Ibis und fuhren über die E20 und E45 an Göteborg vorbei nach Kungälv. Unser erstes Ziel sollte eigentlich die Bohus Fästning sein, allerdings war es erst 10 Uhr, die Festung öffnete in der beginnenden Nebensaison aber erst um 11. Also beschlossen wir, erst nach Marstrand zu fahren. Aber anstatt eine Abfahrt weiter nach Norden auf die Autobahn zu fahren, fuhren wir wieder nach Süden. Wir schauten schnell auf unsere "Detailkarte" für ganz Südschweden und fanden einen Schleichweg von hier nach Marstrand.

 

Nach einigen Kilometern standen wir dann plötzlich vor einem Fluss und eine Schranke versperrte uns die Überfahrt. Was unsere tolle Karte nicht angezeigt hatte, es gab hier gar keine Brücke, sondern nur eine Fähre über den Nodre Älv. Nach kurzer Zeit kamen auch schon weitere Autos und es bildete sich eine lange Schlange hinter uns. Nach einer viertel Stunde setzte die Fähre dann vom anderen Ufer zu uns über. Wir waren zwar noch nie mit einer dieser schwedischen Fähren gefahren, es erklärt sich aber alles von selbst. Bei der Einfahrt einfach nur darauf achten, auf welcher Spur das grüne Lämpchen blinkt und dann bis zum Ende der Spur durchfahren. Da die Fähren Brücken ersetzen und somit zum Straßennetz gehören, ist die Überfahrt kostenlos. Schnell war die Fähre voll und nach einer Minute waren wir auf der anderen Seite. Bei der Ausfahrt blinkte auch wieder die grüne Lampe auf unserer Spur, also durften wir wieder zu Erst vom Schiff runter.

Kurz darauf erschienen schon die ersten Küstenabschnitte und wir erreichten Marstrand. Wir parkten auf einem großen Parkplatz, bezahlten für 2 Stunden und gingen zum Fähranleger. Die kleine Fähre kam gerade an, also kauften wir schnell ein Return Ticket und bei schönstem Sonnenschein fuhren wir den kurzen Weg rüber nach Marstrand.

Marstrand liegt auf einer kleinen Schäreninsel und die einzige Möglichkeit für Mensch und Auto ist die Fähre. Über dem idyllischen Örtchen thront die mächtige Carlstens Fästning. Wir deckten uns erst mal mit allen Detailkarten für Bohuslän in der Tourist Info ein und gingen den Berg hoch zur Festung. Von hier hat man einen tollen Blick auf Marstrand und auf die Schärenküste Bohusläns, für uns immer noch mit Abstand die schönste Küste Schwedens.

Bei herrlichem Wetter war das Panorama natürlich umso schöner. Da wir ja noch die Bohus Fästning besichtigen wollten, sparten wir uns den Eintritt bei der Carlstens Fästning und schauten uns das hübsche Bollwerk nur von außen an. Wir umrundeten die sehr gut erhaltene Festung bis es nicht mehr weiter ging, dann drehten wir wieder um.

Wir genossen noch eine Weile den tollen Ausblick auf Schärenküste und Festung, dann gingen wir wieder den Berg hinunter. Durch die engen, gemütlichen Gassen dieses wunderschönen Örtchens gingen wir wieder zum Hafen. Unsere Parkzeit war eh schon fast abgelaufen, also fuhren wir wieder aufs Festland, kauften noch ein paar Postkarten und fuhren weiter. Viel mehr Zeit braucht man auch nicht, um die kleine Insel zu erkunden. Es fällt aber auch nicht schwer, hier einige Stunden zu verbringen.

 

Bohus Fästning

Gegen ein Uhr erreichten wir dann die Bohus Fästning, wovon sich auch der Name Bohuslän ableitet. Die Festung wurde errichtet, da hier früher die Grenze zu Norwegen verlief. Um diese Grenze wurde lange Zeit erbittert gekämpft. Schweden besaß lange Zeit nur einige Kilometer Westküste, da im Süden schon wieder dänisches Gebiet war.

Wir bezahlten 70SEK Eintritt und die Frau an der Kasse erklärte uns auf einem Plan alles wichtige und gab uns direkt etwas Geschichtsunterricht. Dann betraten wir die dicken Gemäuer dieser gewaltigen Festung. Im Innenhof befindet sich mittlerweile eine Bühne, auf der wohl regelmäßig Aufführungen stattfinden.

Wir gingen durch den Innenhof und kletterten auf die Festungsmauer. Von hier hat man einen tollen Rundumblick über die Festung und die Umgebung. Leider wurde der höchste Turm gerade renoviert, doch der andere große Turm war begehbar. Wir gingen an einem kleinen See im hinteren Teil der Festung vorbei und erreichten nach einer Weile wieder den Eingang.

Ein Besuch dieser großartigen Festung lohnt sich. Man kann fast alle Räume der Ruine betreten, außerdem gibt es viele Wege über die alten dicken Mauern. Leider stören die Autobahnen ein wenig, denn genau hier teilen sich der Nodre Älv und der Göta Älv. Die Festung liegt auf einer kleinen Insel direkt an der Flussgabelung. Wir liefen eine ganze Weile in den Gemäuern umher und machten einige Fotos, dann ging es für uns weiter in Richtung Norden, auf die Insel Tjörn.

 

Tjörn

Bei Stenungsund verließen wir die E6 und fuhren über die große Tjörnbrücke auf die zweitgrößte Schäreninsel Schwedens. Direkt hinter der Brücke bogen wir rechts ab und buchten bei Almö Camping eine Hütte für 2 Nächte mit Kühlschrank, Spüle und Kochplatte für 500SEK pro Nacht.

Wir stellten unsere Taschen in die Hütte und fuhren dann nach Rönnäng im Südwesten der Insel. Hier wollten wir den Tjörnhuvud besteigen, einen 85 Meter hohen Berg, von dem man eine herrliche Aussicht auf die Schärenküste hat. Wir parkten unser Auto und gingen erst mal zum Hafen. Von hier muss man nach links Richtung Kirche gehen. Nach einigen hundert Metern sieht man auf der rechten Seite ein Hotel. Auf dem Parkplatz führt eine kleine Treppe auf den Berg. Ist leicht zu übersehen, die einzige Beschilderung ist ein kleines Schild direkt an der Treppe.

Nachdem wir die Treppe hochgestiegen waren, ging es weiter über dicke Wurzeln bis zu einer kleinen Ebene. Hier hat man die Möglichkeit, den einfachen Weg geradeaus zu gehen, oder den schwierigeren die nächste Treppe hoch. Wir wollten hoch auf den Berg, also kletterten wir weiter die Treppe hoch. Die Treppe endet aber bald, und weiter ging es über einen schmalen Trampelpfad die Felsen hoch auf den Gipfel. Oben hatten wir dann einen herrlichen Blick über die Schärenwelt vor der Insel Tjörn. Bei tollem Wetter und recht wenig Wind genossen wir den Ausblick und machten viele Fotos, dann ging es den schwierigen Weg wieder nach unten. Wer auf Tjörn ist und noch gut zu Fuß, sollte unbedingt auf den Berg klettern, die Aussicht lohnt sich für die Mühe.

Wir verließen den kleinen Ort und fuhren hoch bis nach Skärhamn. Wir hielten am Hafen, machten ein paar Fotos und fuhren dann weiter. Auf dem Weg nach Kyrkesund kamen wir am Pilane Gravfält vorbei und wir beschlossen, uns die Sehenswürdigkeit kurz anzuschauen. Wir fuhren auf den Parkplatz und glaubten unseren Augen kaum. Es war nichts los, aber es gab ein besetztes Kassenhäuschen. Da wir nicht wussten, was sich hinter dem Grabfeld verbirgt und uns die Überraschung keine 80SEK wert war, drehten wir wieder um.

So fuhren wir wieder quer über die Insel bis nach Stenungsund und kauften etwas zu Essen im ICA. Auf der Tjörnbrücke fing es dann plötzlich an zu schütten. Der Regen war aber nur auf dem Festland, also konnten wir gemütlich vor unserer Hütte essen und den Tag ausklingen lassen.

Gefahrene Kilometer: 241

Übernachtung: Almö Camping, Hütte mit kleiner Küche für 500SEK pro Nacht

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