Tag 5 - Inverness und Loch Ness

Freitag, 15.09.2017

 

Inverness

Nach einer schlaflosen Nacht (Julian war gefühlt jede Stunde wach) packten wir unsere Taschen wieder ins Auto und verließen das tolle Apartment. Nach kurzer Zeit hatten wir das hübsche Touristendorf Pitlochry hinter uns gelassen und es ging wieder auf die A9 in Richtung Norden. Auf der gut ausgebauten Schnellstraße kamen wir auch zügig voran und die ersten Ausläufer des Cairngorms Nationalparks zogen an uns vorbei. Eine große Baustelle bremste uns noch mal aus, dann ging es weiter durch eine mittlerweile wunderschöne Landschaft. Wir folgten der A9 weiter durch tolle Highland Täler und gegen halb 12, nach etwa 2 Stunden Fahrt, kam Inverness in Sicht.

Wir verließen die Schnellstraße und suchten uns einen Parkplatz im Herzen der Hauptstadt der Highlands. Wir fanden einen freien Platz an der Huntly Street, direkt am River Ness. Da wir nur noch wenig Kleingeld dabei hatten, reichte das Parkticket nur für etwa eine Stunde. Direkt gegenüber von unserem Auto, befand sich ein kleines Café, das Manna House. Da Julian so langsam auf sein Mittagessen wartete, gingen wir rein, bestellten uns einen Kaffee und wärmten das Essen auf. Eigentlich hatte das Café, dessen Einnahmen einem guten Zweck zukommen, nur bis 12 Uhr auf. Allerdings ließ uns die nette Bedienung in Ruhe Aufessen, bzw. Trinken.

Dann verließen wir das Café und gingen über die Greig St Bridge in die Innenstadt von Inverness. Von hier hatten wir schon einen hübschen Blick auf das andere Flussufer mit einigen alten Kirchen und dem Castle. Wir gingen die nette Fußgängerzone entlang und kamen zum Castle. An der Straßenecke gab ein Dudelsackspieler sein Können zum Besten, natürlich im Kilt und mit Schottenkaro.

Da wir ja leider nicht viel Zeit hatten, sparten wir uns den Aufstieg zum Castle und gingen über die Ness Bridge wieder zum anderen Ufer rüber. Von der Brück bot sich wieder ein toller Blick auf Inverness mit seinen typischen, grauen Häusern. Leider hatten wir keine Gelegenheit, noch etwas mehr von der größten Stadt der Highlands zu sehen, denn unsere Parkzeit lief ab.

 

Urquhart Castle

Also verließen wir Inverness in Richtung Süden und erreichten nach kurzer Fahrt den wohl berühmtesten See Schottlands, den Loch Ness. Die Straße verläuft zwar fast die ganze Zeit am Ufer entlang, durch die dichten Büsche ist der See aber nur selten zu sehen. Auch von den kleinen Parkplätzen am Rand war die Sicht meist versperrt. Das hatten wir uns irgendwie schöner vorgestellt.

Nach einer halben Stunde hatten wir dann aber um kurz nach Eins unser eigentliches Ziel erreicht, das Urquhart Castle. Der große Parkplatz kündigte schon an, dass wir hier an einer der Top Sehenswürdigkeiten der Highlands waren. Ein noch eindeutigeres Indiz waren die vielen Asiaten. Aber dass wir hier nicht alleine sind, war uns ja vorher schon klar.

Also stellten wir das Auto ab, bezahlten 9£ Eintritt pro Person und gingen durch den überfüllten Souvenirshop nach Draußen. Und tatsächlich gibt es wohl nur wenige Ruinen, die ein so malerisches Panorama bieten. Die alte Burgruine liegt auf einer kleinen Halbinsel im Loch Ness. Schon der erste Blick vom Besucherzentrum war den Eintritt wert.

Wir gingen den Weg nach unten und schauten uns die alte Burg aus allen Winkeln an. Die Überreste der Burg stechen aus dem satten Grün eines feinsten englischen Rasens heraus. Besonders vom Hügel der südlichen Ruine bot sich ein toller Blick auf die alten Gemäuer und den scheinbar endlos langen Loch Ness im Hintergrund. Ein wirklich toller Anblick, selbst bei bedecktem Wetter.

Nach einer Weile gingen wir dann wieder hoch zum Besucherzentrum. Hier war es immer noch brechend voll, also kauften wir uns noch kurz einen Snack für uns und etwas Obst für Julian und machten ein kleines Picknick am Auto.

 

Glen Shiel und Fahrt nach Ardelve / Dornie

Um halb 3 brachen wir dann auf zur letzten Etappe an diesem Tag. Wir fuhren weiter am Loch Ness entlang, von dem auch weiterhin von der Straße nicht viel zu sehen war, dann folgten wir der A887 in Richtung Kyle of Lochalsh. Auf halbem Weg erreichten wir dann den Loch Cluanie, und ab hier wurde die Landschaft wieder wunderschön.

Zwischen Loch Cluanie und Loch Duich zwängt sich die Straße durch das traumhafte Glen Shiel. Direkt neben der Straße ragen die etwa 1000 Meter hohen Munroes (so werden die hohen Berge in Schottland genannt) der „Five Sisters of Kintail“ auf. Die Berge strahlten in sattem Grasgrün, dazwischen leuchtete das rote Heidekraut. Ein toller Anblick.

Dann war auch schon der Loch Duich erreicht, an dessen anderem Ende sich das Eilean Donan Castle befindet, das angeblich meistfotografierte Schloss Schottlands. Wir aber fuhren am großen Parkplatz vorbei und bogen wenige hundert Meter weiter in den Ort Ardelve ab. Hier hatten wir direkt am Ufer des Loch Alsh ein Mobile Home mit Blick auf das Eilean Donan Castle gebucht. Die Kommunikation im Vorfeld hatte nur mit der Tochter des Besitzers per Mail stattgefunden, dementsprechend wussten wir noch nicht genau, auf was wir uns einstellen mussten.

Unsere Bedenken verflogen aber schnell, denn ein netter, älterer Mann öffnete uns die Tür und erklärte uns alle Einrichtungen des sehr geräumigen und super eingerichteten Mobile Homes. Zwei Schlafzimmer, ein Badezimmer, ein zusätzliches WC am Hauptschlafzimmer und ein sehr geräumiges Wohnzimmer mit angeschlossener, voll ausgestatteter Küche waren die nächsten 5 Nächte unser zu Hause. Wir hätten sogar noch die Möglichkeit gehabt, Gartenmöbel und Grill auf die Terrasse zu stellen, von der man einen tollen Blick über den See auf das Schloss hatte. So schön hatten wir uns die Unterkunft nicht vorgestellt, die etwas biederen Möbelstücke und der Elektrokamin im Wohnzimmer machten das Home irgendwie noch gemütlich.

Wir richteten uns erst mal in aller Ruhe ein, dann fuhren wir gegen 6 noch mal nach Kyle of Lochalsh weiter, um einzukaufen. Im Coop kauften wir dann erst mal das Nötigste ein und fuhren wieder zurück. Das Heidekraut in den Felsen bei Kyle of Lochalsh leuchtete auf den Rückweg in der Abendsonne. Und an unserem Haus angekommen, leuchtete das Eilean Donan Castle und die Berge am Ende des Loch Duich im Abendlicht, bevor die Sonne verschwand. Hier hatten wir wirklich einen tollen Ausgangspunkt für die nächsten Tage gefunden.

Gefahrene Kilometer: 290

Getankt in Pitlochry: Diesel für 1,23£/l

Übernachtung: The Aspens Mobile Home in Ardelve für 280£ (für eine Woche)

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