Tag 4 - Prasonisi Beach und Monolithos

Freitag, 22.06.2018

 

Lindos - erster Versuch

Um 7 Uhr war Julian wach, also standen wir auf und gingen erst mal frühstücken. Wir überlegten, was wir heute machen könnten, und da es noch recht früh war, entschlossen wir uns nach Lindos zu fahren. Lindos ist neben Rhodos Stadt der wohl bekannteste Ort der Insel und besticht durch die typischen weißen Häuser.

Bis wir dann fertig gefrühstückt und alles zusammengepackt hatten war es dann doch schon 9, als wir endlich losfuhren. Einfach nur die Hauptstraße, die vor dem Hotel verläuft nach Süden fahren, und eine Dreiviertelstunde später erreichten wir Lindos. Der Parkplatz liegt etwas oberhalb, von da aus führt eine kleine Straße den Berg hinab zum Ort. Hier befindet sich aber nur eine Wendemöglichkeit für die Shuttlebusse und eine Stichstraße geht weiter zum Strand.

Also ließ ich Karin und Julian unten aussteigen und suchte mir einen Platz auf dem schon recht vollen Parkplatz. Neben einer Menge Autos standen auch schon viele Reisebusse hier oben. Ich ging mit den Touristenscharen nach unten und suchte Karin und Julian. Unten war es mittlerweile aber so voll, dass wir beschlossen weiter zu fahren und an einem anderen Tag noch mal etwas früher wieder zu kommen.

 

Prasonisi Beach

Wir wollten eh noch eine Rundtour durch den Süden der Insel machen, und da wir jetzt eh schon auf halbem Weg waren, besuchten wir den Süden eben an diesem Tag. Also watschelte ich den Berg wieder hoch und holte die beiden unten ab. Mittlerweile, es war gerade mal viertel nach 10, gab es hier oben auch keinen freien Parkplatz mehr. Auf dem Weg zurück hielten wir noch kurz an einem Aussichtspunkt, von dem wir einen tollen Blick über die Bucht und die weißen Häuser mit der darüber thronenden Akropolis hatten. Ein Anblick wie ein Postkartenidyll.

Wenige Kilometer weiter kam dann die Abbiegung in Richtung Süden, der wir folgten. In Lardos tankten wir noch schnell voll, dann ging es fast immer am Meer entlang in Richtung Südspitze von Rhodos. Nach einigen Kilometern und mehreren Wegweisern zu Stränden bog die Straße dann wieder ins Inselinnere. Wenige Kilometer weiter war Kattiva erreicht. Hier bogen wir auf die Stichstraße zum Prasonisi Beach ab.

Die Straße führte über einige Hügel, dann ging es bergab und vor uns eröffnete sich der Blick runter auf den langen Sandstrand und die (Halb)Insel Prasonisi. Viertel nach 11 hatten wir den Strand erreicht, der auch gleichzeitig als großer Parkplatz dient. Der Prasonisi Beach erstreckt sich etwa einen Kilometer lang zwischen der Südspitze Rhodos und der vorgelagerten Insel Prasonisi. Reißen Stürme keine Lücke in den Strand, ist Prasonisi ganzjährig über den langen Strand mit Rhodos verbunden.

Wir gingen über den Sandstrand und Julian hatte wieder einen riesigen Spaß, im Wasser zu planschen. Unser Planschen belief sich lediglich darauf, mit den Füßen durchs Wasser zu laufen. Oftmals herrscht hier eine steife Brise, deswegen ist die Landzunge auch bei Surfern so beliebt. So sind hier auch einige Surfschulen ansässig. Zum Baden ist es hier oftmals zu windig, und so stehen hier für den langen Sandstrand auch verhältnismäßig wenig Liegen. Heute hielt sich der Wind aber in Grenzen und ein Strandtag wäre ohne Probleme möglich gewesen.

 

Mittagessen und Gia Giamas

Aber wir wollten ja noch weiter, also verließen wir den Prasonisi Beach nach einer Weile wieder. An der Einfahrt zum Strand befinden sich einige Shops und Restaurants, denen wir dann natürlich einen Besuch abstatteten. Nachdem es in einem der Shops eine neue Badehose gab setzten wir uns unter die Markisen eines der Strandrestaurants. Wir bestellten etwas zu Essen, aber das eigentliche Highlight war das Getränk. Wir bestellten uns Gia Giamas, für uns vorher noch völlig unbekannt.

Es handelt sich um eine Art Sirup, allerdings ohne Zucker oder künstliche Aromen, es werden hier nur natürliche Zutaten verwendet. Diese zähe Flüssigkeit wird dann mit Wasser aufgegossen und zum Schluss wird das Glas mit Eiswürfeln aufgefüllt. Und dieses Getränk ist bei warmem Wetter großartig. So großartig, dass wir uns nach dem Urlaub sogar einige Flaschen bei einem griechischen Großhandel bestellten. 2018 war das Getränk noch nicht in Deutschland erhältlich. Mittlerweile gibt es zwar einen deutschen Importeur mit einer deutschen Website, die Preise sind aber so gesalzen, dass sich selbst bei zwei Flaschen ein Import direkt aus Griechenland lohnt.

 

Kastell Monolithos

Gut gestärkt und vor allem super erfrischt verließen wir die Südspitze Rhodos dann wieder und setzten gegen 13:30 unsere Rundfahrt durch den Süden fort. In Kattiva fuhren wir dann auf die Westseite der Insel. Nach wenigen Kilometern war das Meer auch wieder in Sicht und wir folgten der schönen Küstenstraße, von der sich immer wieder ein wunderschöner Blick auf das strahlend blaue Mittelmeer bot.

Ab Apolakkia wurde die Straße dann wieder kurviger und führte auch etwas mehr ins Landesinnere. In dieser Gegend scheint der Ost- und Gemüseanbau weit verbreitet zu sein, denn neben der Straße sahen wir einige Plantagen und Olivenhaine. In Monolithos verließen wir dann die Hauptstraße und bogen auf eine kleine Nebenstraße ab, die runter zur Küste führte und natürlich zu einem der Highlights auf Rhodos, dem Kastell Monolithos.

Schon von der kleinen Straße bot sich ein atemberaubender Blick auf das alte Kastell, das auf einem Felsen thront, mit der strahlend weißen Kapelle und dem Blau des Meeres im Hintergrund. Wir fuhren die Serpentinen hinunter bis zur kleinen Taverne, an der sich der Parkplatz befindet, den wir gegen 14 Uhr erreichten. Von hier geht ein kurzer Fußweg hoch zum Kastell.

Doch Karin entschied sich auf Grund der Schwangerschaft und der Wärme mit Julian unten zu bleiben. Dann kraxelte ich die Stufen eben allein der Felsen hinauf. Und die ganzen Reiseführer hatten wirklich nicht zu viel versprochen. Der Ausblick von hier oben ist atemberaubend und in Verbindung mit den grünen Pinien und der weißen Kapelle wohl einer der schönsten Orte der Insel.

Ich ging um die Kapelle und schaute mir das Kastell von allen Seiten an. Das Kastell mit der weißen Kapelle ist an sich auch schon einen Besuch wert, das Schönste ist aber dieser grandiose Ausblick auf die Küste und das tiefblaue Meer. Wirklich ein absolutes Highlight der Insel.

 

Siana

Unten an der Taverne gab es noch ein Eis und gegen 15 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg. Wir fuhren die Hauptstraße weiter, die mittlerweile durchs Bergland der Insel führte und kamen nach kurzer Zeit durch den Ort Siana. Und nach dem Anblick, den wir hier vorfanden, war ich noch nie so froh, dass wir im Urlaub immer ein Auto mieten und nicht auf die Tagesausflüge irgendwelcher Hotels angewiesen sind. Eventuell mag es auch sein, dass ein Kreuzfahrtschiff seine Passagiere in Rhodos „ausgekotzt“ hatte, und diese jetzt alle eine Inselrundfahrt machten.

Dieser winzige Ort, durch den sich die Hauptstraße zwängt, ist berühmt für seine hübsch verzierte Kirche Agios Pandelimonos. Das ist scheinbar auch der Grund, warum hier Horden von Touristen regelrecht hin gekarrt werden. Ganze ZWÖLF Busse parkten auf der Hauptstraße und die Touris hatten scheinbar in der Gruppe ihr Gehirn ausgeschaltet und verstopften in Manier einer Kuhherde den gesamten Ort inclusive der Hauptstraße. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mit Hilfe (wenn man das Hilfe nennen konnte) der Busfahrer kam die Autoschlange, die sich mittlerweile gebildet hatte, dann endlich an den Bussen und den wild gewordenen Touristen vorbei.

 

Rückfahrt durchs Bergland und Zwischenstop am Charaki Beach

Kurz hinter Siana verließen wir dann die Hauptstraße, die von Rhodos Stadt entlang der gesamten Westküste in den Süden führt, und fuhren ins Landesinnere. Die Straße führte jetzt am 1216m hohen Attavyros vorbei, dem höchsten Berg der Insel Rhodos. Und das merkte man auch, denn die Straße verwandelte sich regelrecht in eine Achterbahn. Bis Laerma durchfuhren wir unzählige Kurven und Serpentine, es ging hoch und runter (die meiste Zeit runter) und zwischendurch bot sich ein toller Blick über die Landschaft. So machte das Autofahren richtig Spaß.

In Laerma fuhren wir dann weiter nach Lardos. Diese Straße war zwar immer noch kurvig, aber kein Vergleich zu der Strecke vorher. Hier fuhren wir dann wieder auf die Hauptstraße, die an der Ostseite der Insel entlangführt. Julian war mittlerweile wach geworden und hatte keine Lust mehr Auto zu fahren, was er mit einem bestimmenden Meckern anzeigte. Also bogen wir in Masari von der Hauptstraße ab und fuhren kurz zum Charaki Beach. Wir genossen den Blick den Strand entlang auf Charaki im Norden und Lindos im Süden, und Julian durfte etwas durch das Wasser am Kieselstrand stapfen.

Danach konnten wir dann die letzten Kilometer zum Hotel zurückfahren. Gegen 17 Uhr standen wir dann wieder vor unserem Hotelblock. Auf dem Zimmer aßen wir dann zu Abend und ließen den schönen Tag danach ausklingen.

Gefahrene Kilometer: 209

Getankt in Lardos: Benzin für 1,77€/l

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