Tag 4 - Middelburg, Vlissingen und Deltawerke

Donnerstag, 24.06.2021

 

Middelburg

Heute wollten wir uns den südlichen Teil Zeelands ansehen. Das Wetter sollte auch gut werden, also stand einem schönen Tagesausflug nichts entgegen. Nach dem Frühstück machten wir uns gegen viertel vor 10 auf dem Weg. Schon wenig später erreichten wir das erste Highlight, die über 5 Kilometer lange Zeelandbrug, die die Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland verbindet. Bei ihrer Eröffnung 1965 immerhin die längste Brücke Europas. Die Jungs waren begeistert und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Gegen halb 11 erreichten wir dann die Hauptstadt der Provinz Zeeland, Middelburg, und stellten unser Auto auf dem Parkplatz „Hof van Tange“ ab. Der Parkplatz ist nicht günstig (wir bezahlten 7,50€ für ca. 3 Stunden), dafür aber nah am Zentrum und der Anlegestelle der Grachtenrundfahrt.

Die Anlegestelle war auch das erste Ziel. Wir kauften uns Tickets und konnten bereits mit dem nächsten Boot um 11 Uhr fahren. Diese Fahrt führt durch die Grachten bis zum Buitenhaven. Einige der Brücken sind so niedrig, dass man bei der Fahrt den Kopf einziehen muss, um nicht gegen die Brücken zu knallen. Nicht nur für die Kinder ein tolles Erlebnis 😉

Der Guide erklärte viel und erzählte einige Anekdoten der Stadtgeschichte, alles auf Niederländisch und auf Deutsch. Es gibt viel zu sehen und die Dreiviertelstunde vergeht schnell. Für die Jungs reichte es danach aber mit still sitzen. Also ging es auf die Laufräder und wir gingen in die Innenstadt.

Middelburg hat wirklich eine schöne Innenstadt und wir bummelten etwas durch die Gassen. Es ging am gemütlichen Pottenmarkt vorbei und wenig später erreichten wir den großen Marktplatz vor dem imposanten Rathaus. Hier war es voll, denn es war Markttag. Also gingen wir weiter zur Liebfrauenabtei mit dem weit sichtbaren Turm „Lange Jan“.

Dann holten wir uns geräucherten Lachs und eine große Portion Kibbelinge vom Markt, und setzen uns auf eine der Bänke auf der Langevielebinnenbrug. Hier aßen wir unseren leckeren Fisch bei schönstem Sonnenschein, mit Blick auf das historische Schützenhaus.

 

Vlissingen

Danach wurde es auch Zeit aufzubrechen, denn unser Parkticket lief ab. Kurz nach 1 machten wir uns dann auf den Weg ins wenige Kilometer entfernte Vlissingen. Vlissingen ist neben seinem großen Hafen für die außergewöhnliche Strandpromenade bekannt. Und da wollten wir natürlich hin.

Zwischen Strand und Gebäuden führt eine Fahrradstraße entlang, die auch von Autos befahren werden kann. Also fuhren wir direkt zu diesem Boulevard und die Skyline von Vlissingen lag vor uns. Auf der rechten Seite der breite Sandstrand, auf der linken Seite die Hochhäuser an der Strandpromenade. Ein toller Anblick, den man überhaupt nicht in die Niederlande einordnen würde. Das hatte eher etwas von Dubai oder Abu Dhabi, wenn auch nur in Miniatur 😉

Direkt am Boulevard befindet sich ein Parkstreifen und wir fanden noch einen freien Parkplatz. Und der war sogar günstiger als in Middelburg. Also stiegen wir aus und gingen ein wenig die Promenade entlang in Richtung der in der Sonne funkelnden Hochhäuser. Auf dem Weg fanden wir noch einen Kiosk und die Jungs wollten unbedingt ein Slush-Eis haben. Für ein gefühltes Vermögen gab es dann für jeden einen großen Bechen und wir gingen zum Strand.

Hier waren die beiden wieder in ihrem Element. Zuerst wurden wieder Muscheln gesammelt, dann ging es mit den Beinen ins Wasser. Wir hatten natürlich nicht an Badehosen gedacht, dementsprechend nass waren die Hosen auch nach kurzer Zeit. Aber die Sonne strahlte vom Himmel, also war das halb so wild.

Hier hätten wir noch länger bleiben können, den Strand genießen mit Blick auf die Promenade und die Containerschiffe, die durch die Westerschelde nach Antwerpen fuhren. Doch die Parkzeit lief ab und wir mussten wieder zurück zum Auto.

 

Westkapelle

Vlissingen hat noch einige Attraktionen und Museen zu bieten, wir wollten aber das Wetter genießen und fuhren weiter an die Westküste von Noord-Beveland. Die nassen Hosen legten wir zum Trocknen auf die Kofferraumabdeckung und weiter ging es. Wir fuhren den Boulevard noch bis zum Ende am Koopmanshaven und verließen Vlissingen dann.

Kurz vor Westkapelle fuhren wir dann zu einem Strand ab, doch der mickrige Parkplatz war schon randvoll. Also drehten wir wieder um und fuhren weiter nach Westkapelle. Direkt vor dem Polderhuis fanden wir noch einen freien Parkplatz. An dem kleinen Leuchtturm-Nachbau des Polderhuis ging es dann hoch auf den Deich. Über den Deich gingen wir dann die wenigen hundert Meter bis zum Strand von Westkapelle.

Über eine Holzbrücke überquerten wir die Düne und waren am feinen Sandstrand. Die Jungs konnten es wieder kaum erwarten und liefen, mit Eimern ausgestattet, sofort zum Wasser. In der Mitte des Strandes befindet sich ein Pavillon mit Restaurant und Toiletten und vor den Dünen ist eine Reihe kleiner Strandhütten, die teilweise belegt waren.

Hier blieben wir eine ganze Weile und ließen den Jungs ihren Spaß. Gegen 16:30 machten wir uns dann wieder auf den Weg zum Auto. Von hier aus hätten wir wieder über die Zeeland Brücke zurückfahren können, wir wollten aber noch ein anderes Wunderwerk der Technik sehen, die Deltawerke. Dieses Bollwerk schützt Zeeland vor schweren Sturmfluten und beinhaltet mehrere Dämme und Sturmflutwehre.

 

Deltawerke und Irrfahrt durch Zirkzee

Das Herzstück ist das gewaltige Sturmflutwehr an der Mündung der Oosterschelde. Zwischen den Wehren befindet sich die alte Arbeitsinsel Neeltje Jans, auf der sich mittlerweile ein Freizeitpark befindet. Wir fuhren aber nicht zum Freizeitpark, sondern auf die Westseite der kleinen Insel. Unterhalb des Topshuis stellten wir unser Auto auf dem riesigen Schotterparkplatz ab und gingen zum nördlichen Ende der Insel. Von hier hat man einen guten Blick auf das riesige Wehr mit den gewaltigen Fluttoren.

Wir machten ein paar Fotos, dann fuhren wir weiter. Mittlerweile war es auch schon fast 6 und der Hunger machte sich bemerkbar. Also bogen wir in Zierkzee zum Hafen ab, in der Hoffnung einen Imbiss zu finden. Hier gab es aber nichts Vernünftiges, also fuhren wir weiter. Das stellte sich aber als gar nicht so einfach heraus. Es gab nur Einbahnstraßen, die uns geradewegs zum Oude Haven führten. Hier gab es aber scheinbar keinen Ausweg. Mit Hilfe des Navis fanden wir dann aber eine kleine Gasse, die den Anschein eines Hinterhofes machte, aber wohl die einzige Ausfahrt aus unserem Dilemma war.

Im Ferienhaus angekommen, versuchten wir dann wieder, bei der Snackbar zu bestellen. Die Seite war jetzt auch verfügbar und wir konnten unsere Bestellung in den Warenkorb legen, doch diesmal war die Bezahlung nicht möglich. Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Imbiss, in der Hoffnung, dass eine Bestellung vor Ort mittlerweile wieder möglich war. Und zum Glück war es das auch. Die Jungs vertrieben sich die Zeit im angrenzenden Indoor-Spielhaus, dann nahmen wir das Essen mit und aßen in der Abendsonne bei uns auf der Terrasse.

 

Gefahrene Kilometer: 159

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