Tag 2 - Tejo, Alfama und Sporting

Sonntag, 08.04.2018

 

Tejo und Praça do Comércio

Wir frühstückten erst mal in aller Ruhe im Hotel, dann nahmen wir gegen viertel vor 10 die Metro in die Stadt. Wir stiegen am Cais do Sodré aus, denn hier hält die Straßenbahn in Richtung Belém. Und in diese etwa 7 Kilometer entfernte Touristenhochburg wollten wir. Doch wie wir merkten, waren wir schon zu spät. Die Straßenbahnen waren völlig überfüllt und an der Station stand schon eine Masse an Menschen.

Also planten wir um und zogen unser Nachmittagsprogramm vor. Wir hatten eh noch vorgehabt, den Stadtteil Alfama und die Aussichtspunkte rund um das Castelo de São Jorge zu besuchen, also machten wir das einfach jetzt. Wir gingen direkt am Tejo entlang in Richtung Alfama. Die Sonne schien, und die Brücke des 25. April und die Christo Statue strahlen um die Wette. Ein toller Anblick.

Wir gingen die schöne Uferpromenade entlang, an der sich ein prunkvolles Gebäude an das nächste reiht. In diese „Palästen“ aus der großen Seefahrerzeit Portugals sind heute größtenteils Behörden untergebracht. Nach wenigen Minuten erreichten wir dann den Praça do Comércio, einen der bedeutendsten Plätze Lissabons.

Der riesige Platz befindet sich zwischen dem Tejo und der prachtvollen Rua Augusta im Stadtteil Baixa. Die Seite zum Tejo hin ist offen, an den anderen Seiten wird der Platz von prachtvollen Gebäuden umrahmt. Gegenüber dem Tejo befindet sich ein Triumphbogen, der zur Rua Augusta führt.

 

TucTuc Fahrt durch Alfama 

An diesem Platz befand sich auch eine Station der Straßenbahnlinie E28, dessen alte Wagen sich auch den Berg rund um die Burg hochschlängeln. Hier wollten wir eh hin, und da wir keine Lust hatten den Berg hochzulaufen, stiegen wir ein. Diese Straßenbahn fuhr aber leider nicht zur Burg hoch, sondern endete am Praça da Figueira am Fuße des Castelo de São Jorge.

Also griffen wir zu Plan B, denn hier standen unzählige TucTuc’s rum und warteten auf Kundschaft. Erst wollten wir uns nur den Berg hochbringen lassen, wir ließen uns dann aber doch zu einer einstündigen Sightseeingtour überreden. Das Ganze kostete 60€, dafür kamen wir aber auch ohne Anstrengungen zu den zu den touristischen Zielen rund um die Burg.

Kurz darauf startete unsere lautlose Tour im E-TucTuc. Erste Station war die Kathedrale Sé Patriarcal, der Hauptkirche Lissabons. Diese bekannte Kathedrale mit ihren zwei Türmen fehlt in keinen Stadtführer Lissabons. Typischerweise mit einer gelben Straßenbahn, die direkt vor dem Eingangsportal über das Kopfsteinpflaster tuckern. Nachdem unsere TucTuc Fahrerin einen Parkplatz ergattert hatte, schauten wir uns die Kirche kurz an. Wir schritten durch das gewaltige Eingangstor und warfen einen kurzen Blick in die Kirche, dann gingen wir wieder zum TucTuc.

Schon jetzt waren wir froh, das TucTuc genommen zu haben, denn die Fußgänger, die wir überholten, schnauften vor Anstrengung bei den Anstiegen. Kurz darauf erreichten wir dann den ersten von einigen tollen Aussichtspunkten, den Miradouro das Portas do Sol. Die Aussichtsplattform war zwar wegen Bauarbeiten geschlossen, doch von der Brüstung des angrenzendes Cafes bot sich ein traumhafter Blick über die Dächer Alfamas.

Der Blick reichte über den alten Stadtteil Portugals bis hin zum Kloster São Vicente de Fora, das aus der Entfernung an Notre Dame in Paris erinnert. Hinter den alten Gebäuden Alfamas lag ein großes Kreuzfahrtschiff der Costa Reederei am Anleger. Hier hätten wir uns auch an einen der Tische setzen und bei einem Getränk das Panorama genießen können. Ein toller Aussichtspunkt.

Dann ging es weiter mit unserer Sightseeingtour zum Kloster São Vicente de Fora, das wir eben noch aus der Ferne gesehen hatten. Wir stiegen aus und schauten uns die weiße Kathedrale an. Nicht nur außen sieht das Kloster eindrucksvoll aus, auch im Inneren herrscht viel Prunk. Nachdem wir uns die Kirche kurz angeschaut hatten, fuhren wir weiter.

Nächster Halt war die Igreja de Santa Engrácia, eine Barockkirche aus dem 17. Jahrhundert, dessen markante Kuppel schon vom Aussichtspunkt zu sehen war. Die Kirche wurde aber nie als Gotteshaus genutzt, sondern dient als Nationales Pantheon. Hier liegen einige bedeutende Personen der portugiesischen Geschichte. Da das Pantheon Eintritt verlangt, lugten wir nur kurz durch den Eingang in den imposanten Kuppelbau, dann fuhren wir weiter.

Jetzt ging es hoch hinauf, und zwar auf den höchsten Punkt der portugiesischen Hauptstadt, dem Miradouro de Nossa Senhora do Monte. Der Aussichtspunkt befindet sich in einem kleinen Garten vor einer Kapelle. Hier steht ein kleiner Schrein, außerdem ist der Garten von Bäumen gesäumt. Dementsprechend sollte es hier auch an heißen Sommertagen schön schattig sein.

Und der Ausblick ist wirklich atemberaubend. Hier oben lag uns ganz Lissabon zu Füßen. Von hier kann man die ganze Innenstadt überblicken. Der Blick schweifte von der Burg über den tiefer gelegenen Stadtteil Baixa bis hin zu den höheren Stadtteilen Chiado und Bairro Alto mit dem Elevador de Santa Justa und der Ruine des Convento do Carmo. Dahinter ragt die rote Brücke des 25. April und die Christo Statue auf. Ein absolutes Muss bei einem Besuch in Lissabon.

Eigentlich wäre unsere Rundfahrt jetzt zu Ende gewesen und wir wären wieder zurück zu Ausgangspunkt, dem Praça da Figueira gefahren. Wir wollten aber noch etwas den Ausblick genießen, und ließen uns am Miradouro Sophia de Mello Breyner Andresen absetzen, auch bekannt unter dem kürzeren Namen Miradouro da Graça. Hier gab es einen kleinen Kiosk mit Sitzgelegenheiten, und da es mittlerweile schon nach 11 war, bestellten wir uns eine Runde Bier und genossen den tollen Ausblick. Dieser Aussichtspunkt ist etwas näher an der Burg, der Blick ist dem vorherigen Aussichtspunkt aber ähnlich.

 

Bier trinken im verregneten Belém

Nach einer weiteren Runde verließen wir den Aussichtspunkt gegen 13 Uhr und gingen die lange Treppe den Hügel runter. Wir errichten den großen Platz Martim Moniz und überlegten mit einem TucTuc, die hier standen, nach Belém zu fahren und dort etwas zu essen. Doch die Fahrt nach Belém sollte über 100€ kosten und außerdem wurde uns gesagt, seien die Restaurants in Belém zu teuer. Also gingen wir weiter in Richtung Straßenbahnstation am Praça da Figueira und kehrten noch beim Dönermann auf dem Weg ein. Gut gestärkt gingen wir zur Station und die nächste Straßenbahn brachte uns gegen 14 Uhr nach Belém. Hier war auch der Wendepunkt der Straßenbahnlinie, also hatten wir in dem historischen, kleinen Wagen sogar einen Sitzplatz. Die Station Cais do Sodré, an der wir am Vormittag waren, war natürlich wieder überfüllt. Wer von hier nach Belém will, braucht eine Menge Geduld oder muss früh aufstehen.

Das war uns jetzt aber egal, denn wir saßen ja schon. Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir den Endpunkt dieser Bahn am Largo dos Jerónimos, direkt neben dem imposanten Kloster. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Seefahrerdenkmal Padrão dos Descobrimentos und der Torre de Belém. Diese beiden Sehenswürdigkeiten wollten wir uns eigentlich ansehen. Eigentlich, denn als wir aus der Bahn ausstiegen, fing es an zu gießen. Also gingen wir schnell auf die andere Straßenseite und kehrten in der durch Sonnenschirme und Regenplanen geschützten Außenterrasse des Restaurants Wineguest ein. Glücklicherweise gab es hier nicht nur Wein, sondern auch Bier, also bestellten wir erst mal eine Runde und warteten den Regenschauer ab. Der Regenschauer hörte aber nicht auf, also bestellten wir die nächste Runde. Scheinbar wollte der regen heute wirklich nicht mehr aufhören, also schenkten wir uns Belém und fuhren um halb 5 wieder zurück zum Hotel. Na der Ausflug hatte sich ja mal gelohnt. Da hätten wir auch direkt in die Hotelbar gehen können…

 

Sporting Lissabon gegen Paços Ferreira

Apropos Hotelbar, der statteten wir jetzt erst mal einen Besuch ab. In der Zwischenzeit konnten die Handys laden und jeder konnte sich noch mal frisch machen. Gegen 18:30 brachen wir dann zum Stadion auf. Eine der beiden Metro Linien am Hotel fuhr sogar direkt zum Stadion. An der Station Campo Grande steigen wir aus, und die Fassade des Estádio José Alvalade tauchte vor uns auf.

Gut, dass der Regen gerade Pause machte, denn wir mussten zur anderen Seite des Stadions. Also gingen wir um den mit vielen bunten Kacheln versehenen Bau zur geneüberliegenden Tribüne. Zwischendurch kam sogar noch die Sonne raus, wer hätte das gedacht…

Im Stadion angekommen, wollten wir natürlich etwas Essen und Trinken. Aber das hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Dass es in Portugal nicht unbedingt eine Stadionbratwurst geben würde, war uns ja klar, allerdings wollten wir auch kein Popcorn und keine Chips. Das ist hier scheinbar das typische Stadionessen. Stefan versuchte sich aber trotzdem und bestellte Bifana, ein wohl gegartes Stück Schweinefleisch im Brötchen. Die Bewertung dieses Meisterwerkes portugiesischer Stadiongastronomie hätte aber besser sein können, also sparten wir uns das Essen. Bei den Getränken sah es aber auch nicht besser aus, denn es gab nur alkoholfreies Bier. Na da hatten wir uns ja was eingebrockt 😉

Also setzten wir uns auf die Tribüne und warteten auf den Anpfiff. Bis einen Tag vor dem Spiel war noch nicht einmal sicher gewesen, ob Sporting überhaupt mit seiner A-Besetzung antritt. Nach der Niederlage in der Europa League wollte der Präsident fast die gesamte Mannschaft raus werfen. Dementsprechend war die Stimmung im Stadion auch etwas seltsam. Viele Plätze waren leer, obwohl eigentlich über 40.000 Zuschauer da sein sollten. Und als der Präsident das Stadion betrat, begann ein riesiges Pfeifkonzert. Da schien wohl ganz schon was schief zu laufen.

Passend dazu zog sich der Himmel wieder zu und es fing heftig an zu regnen. Die starken Windböen trieben den Regen teilweise bis weit unter das Dach. Selbst bei uns kam der regen zwischendurch an. Was für ein ungemütliches Wetter. Den Wetter zum Trotz spulte Sporting ihr Programm ab und gewann verdient 2:0. Torschütze des 1:0 war ein alter Bekannter aus der Bundesliga, der Niederländer Bas Dost, der mit Wolfsburg Pokalsieger wurde.

Nach Abpfiff mussten wir dann wieder rund um das Stadion zur Metro Station laufen. Obwohl viele Menschen in die Metro gingen, waren die Bahnsteige nicht überfüllt und die nächste Metro fuhr schon bald ein. Das hatten wir uns schlimmer vorgestellt, entweder wollte niemand mit unserer Linie fahren, oder es fahren nach dem Spiel genug Bahnen. Gegen 22:30 Uhr waren wir wieder am Hotel und ließen den Tag bei einem Bier in der gegenüberliegenden Pastelaria, einer portugiesischen Konditorei, ausklingen.

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