Tag 1 - Anreise, Baixa Chiado und Bairro Alto

Samstag, 07.04.2018

 

Flug nach Lissabon

Zu unchristlicher Zeit, um kurz vor Eins in der Nacht, klingelte der Wecker und riss mich aus meinem kurzen Schlaf. Um halb zwei war schließlich Treffen angesagt. Also Koffer eingepackt, um ab zum Treffpunkt. Die anderen waren zum Glück auch pünktlich, hatten aber teilweise fast gar nicht geschlafen. Dann ging es auf die Autobahn in Richtung Niederlande. Zwischendurch gab es natürlich noch eine kurze Kaffeepause, dann erreichten wir den Langzeitparkplatz am Schiphol Airport in Amsterdam gegen halb 5. Wir hatten schon vorher den Parkplatz 4 gebucht, da wir so etwa 30€ pro Auto sparen konnten. Das Nummernschild wurde automatisch erkannt, das Ticket kam aus dem Automaten und die Schranke öffnete sich. Das hatte ja schon mal gut geklappt.

Der Shuttlebus kam auch direkt und kurze Zeit später waren wir schon im Terminal. Am Check-In war fast nichts los und schnell hatten wir auch unser Gepäck aufgegeben und die Boarding Tickets in der Hand. Die Cafes an den Gates hatten noch nicht einmal alle auf und wir mussten noch bis 6 Uhr warten um einen kleinen Snack zu bekommen. Dann startete auch schon das Boarding. Der Airbus der portugiesischen TAP machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck, allerdings hörten nach den ersten 10 reihen die guten Sitzplätze auf und wir mussten uns in Sitze zwängen, dessen Abstand nicht für Mitteleuropäer ausgelegt ist. Ab 1,7m Körperhöhe wird es schon eng, wir mit unseren fast ausschließlich mindestens 1,8m Körpergröße fühlten uns wie in einer Sardinenbüchse. Na das konnten ja tolle 3 Stunden Flug werden.

Pünktlich um 7 startete der Flieger und wir kämpften mit unseren Sitzen. Schlafen war so fast nicht möglich, ich hatte aber zum Glück einen Sitz am Gang und verstaute meine Füße schließlich mitten auf dem Gang. Anders war es auch nicht möglich. Ich bin zwar schon mit vielen Airlines geflogen, so einen geringen Sitzabstand hatte ich aber auch noch nie.

 

Check In und Baixa Chiado

Nach 3 Stunden in diesem Käfig landeten wir dann gegen 9 Uhr Ortszeit in Lissabon. Eigentlich waren den ganzen Tag Gewitter angesagt, Portugals Hauptstadt begrüßte uns aber mit schönstem Sonnenschein. Wir schnappten uns die Koffer und gingen zur Metro Station. Hier kauften wir uns ein Tagesticket für den Nahverkehr und die Fähre nach Cacilhas, da wir dort heute auch noch hinwollten. Die Tagestickets können nur an den Metro Stationen gekauft werden und werden auf eine Chipkarte geladen, die man einmalig kaufen muss. Das Tagesticket mit Fähre kostet 9,35€, ohne Fähre liegt das Ticket bei 6,30€. Inbegriffen sind auch die Straßenbahnen, Aufzüge und Standseilbahnen.

Dann nahmen wir die Metro bis zur Station Alameda, hier befand sich unser Hotel, das A.S. Hotel. Wir konnten zwar schon einchecken, die Zimmer waren aber noch nicht fertig. Also packten wir die Koffer in den Ablageraum und fuhren mit der Metro in die Stadt. Am Rossio Platz stiegen wir aus und liegen über den prachtvollen Platz im Herzen Lissabons. Auf dem wellenförmig gepflasterten Platz befinden sich einige Brunnen und die den Platz überragende Statue von König Pedro IV.

Nicht weit von dem Patz führt der bekannte Aufzug Elevador de Santa Justa zur Oberstadt. Da der Aufzug auch in unserem Nahverkehrsticket war, wollten wir den Aufzug nach Oben nehmen. Doch am alten Metallaufzug angekommen, mussten wir feststellen, dass wir nicht die einzigen waren, die diese Idee hatten. Am Aufzug hatte sich eine fast endlose Schlange gebildet. Also gingen wir zurück zum Rossio und stiegen eine Treppe hinauf, um in den Stadtteil Chiado zu kommen. Oben angekommen, gingen wir zum Largo do Carmo. An diesem gemütlichen Platz befindet sich die Ruine der alten Kirche Igreja do Carmo. Die Kirche wurde im verheerenden Erdbeben von 1755 zerstört, heute stehen nur noch die Grundmauern.

Wir wollten aber nicht das Museum in der Ruine ansehen, sondern interessierten uns eher für die gemütliche Bar auf dem Platz. Wir setzten uns an einen der Tische auf dem Platz und ließen erst mal eine Runde Bier kommen. Rund um den hübschen Platz stehen einige Bäume und in der Mitte thront ein barocker Brunnen. Hier ließ es sich eine Weile aushalten. Und von dem angedrohten Gewitter war auch nichts zu sehen, nur ein paar Wolken schoben sich zwischendurch vor die Sonne. Einzig die Drogenverkäufer passten nicht zu diesem Platz, das scheint aber wohl ein generelles Problem in Lissabon zu sein. Zumindest wurde uns hier nur Hasch angeboten und noch kein Kokain.

Nah ein paar Runden verließen wir den Largo do Carmo und gingen kurz zum Dach des Elevador de Santa Justa, der hier oben direkt neben der alten Ruine endete. Schon von der kleinen Brücke zum Aufzug hat man einen tollen Blick auf die Umgebung, für 1€ kann man aber auch auf die Besucherplattform auf dem Aufzug gehen. Über zwei Wendeltreppen geht es noch mal einige Meter höher und man hat einen traumhaften Blick über Lissabon. Auf der einen Seite die Ruine Igreja do Carmo im höher gelegenen Stadtteile Chiado, und auf der anderen Seite der Ausblick über den am Fuße des Aufzugs gelegenen Stadtteil Baixa bis hin zur Burg Castelo de São Jorge und den Fluss Tejo. Wirklich herrlich und für einen Euro absolut empfehlenswert.

Doch nach und nach zogen mehr Wolken auf, also suchten wir uns eine trockene Gelegenheit zum Mittagessen. Nur ein paar Meter weiter entdeckten wir Honorato Burger am Largo Rafael Bordalo Pinheiro. Das Restaurant war noch recht leer und wir bekamen einen Tisch zugewiesen. Natürlich gab es Burger, und wie sollte es anders sein, zu Trinken ein Bier. Wir waren passend angekommen, denn kurz nach uns füllte sich das Restaurant. Und wenig später gab es einen heftigen Regenschauer. Uns war das aber egal, wir aßen unsere leckeren Burger auf und bestellten noch eine Runde.

 

Bairro Alto und Cacillhas

Nachdem es sich ausgeregnet hatte, gingen wir zurück zur Metro Station und fuhren ins Hotel. Gegen 15 Uhr bezogen wir dann unsere Zimmer. Das Hotel befindet sich direkt an der Metro Station Alameda an einem großen Park. Von unserem Zimmer im 8. Stock hatten wir einen tollen Blick über Lissabon bis hin zum Tejo und auf die Burg. Wir probierten noch schnell die Hotelbar aus, dann ging es gegen 16 Uhr wieder mit der Metro bis Rossio.

Jetzt nahmen wir aber nicht die Treppe zur Oberstadt, sondern gingen um den Bahnhof Restauradores herum zur Standseilbahn Elevador da Gloria. Wir stiegen in die alte Bahn und kurz darauf ruckelte das alte Schätzchen den Berg hoch. Auf halbem Wege kam uns die zweite Seilbahn entgegen, die bergab fuhr. Die Bahnen sind zwar durch ein Stahlseil miteinander verbunden, um ein Abstürzen zu sichern, fahren aber aus eigener Kraft den Berg hoch bzw. runter.

Oben angekommen, schlenderten wir durch die kleinen Gassen des Stadtteils Bairro Alto. Nach einer Weile entdeckten wir die kleine Ricardo Bar und setzen uns unter einen der Sonnenschirme in der kleinen Gasse. Der Untergrund hatte zwar eine gewisse Neigung, die Getränke blieben aber glücklicherweise auf dem Tisch. Nach ein paar Runden verließen wir die Bar dann und gingen den zu Fuß runter in Richtung Tejo. Hier befindet sich der Bahnhof Cais do Sodré, an dem auch die Tejo Fähren halten.

Wir erwischten die 19 Uhr Fähre nach Cacillhas auf der gegenüber liegenden Tejo Seite. Nach wenigen Minuten legte die Fähre schon ab und wir schipperten zum gegenüberliegenden Ufer, immer mit Blick auf die imposante Brücke des 25. April, die etwas an die Golden Gate Bridge erinnert.

Nach etwa 10 Minuten erreichten wir dann Cacillhas und gingen etwas an der „Uferpromenade“ entlang. Von hier bot sich ein traumhafter Blick auf das abendliche Lissabon und die rote Brücke, die den Tejo überspannt. Eigentlich wollten wir mit Blick auf Lissabon Abendessen, wir mussten allerdings feststellen, dass es am Ufer keine Restaurants gab. Die Gebäude, die hier standen, waren fast alle unbewohnt und halb verfallen. Völlig unverständlich bei diesem Ausblick. Nachträglich hätten wir wohl nur noch ein paar hundert Meterweiter gehen müssen. Am Miradouro Boca do Vento scheint es einige Restaurants zu geben.

Wir bleiben eine Weile am Ufer und genossen den Sonnenuntergang über Lissabon, dann machten wir uns auf die Suche nach den Restaurants. Wir gingen wieder zurück zum Fähranleger und gingen die nächste Straße rein. Doch auch hier gab es keine Restaurants, obwohl sich die Straße den Fels hochzog und man von der Rückseite der Häuser eigentlich auch einen netten Blick auf Lissabon haben sollte.

Also gingen wir noch eine Straße weiter. Das war scheinbar die Hauptstraße von Cacillhas, denn hier reihte sich Restaurant an Restaurant. Doch leider ohne tollen Ausblick, und mittlerweile lagen die meisten Restaurants auch im Schatten. Im Sommer vielleicht gar nicht so schlecht, bei Temperaturen um die 15 Grad aber nicht so empfehlenswert.

Trotzdem kehrten wir kurz im Bierarten direkt am Fähranleger ein, doch so recht sagte uns das Restaurant nicht zu. Irgendwie herrschte überall tote Hose, das mag im Sommer natürlich ganz anders aussehen. Zumindest lässt die Größe der Außenterrassen darauf deuten. Also tranken wir unser Bier auf und fuhren mit der nächsten Fähre wieder zurück. Von der Fähre hatten wir einen tollen Blick auf das nächtliche Lissabon und die beleuchtete Christus Statue am südlichen Ende der Brücke des 25. April. Diese Fährfahrt lohnt sich alleine schon wegen der tollen Aussicht.

 

Nachtleben in Bairro Alto

Nicht weit vom Anleger befindet in einer alten Industriehalle der Fresstempel Mercado da Ribeira Nova. Da wir ja noch nichts gegessen hatten, gingen wir natürlich in die Halle. Im Inneren reiht sich ein Imbiss an den nächsten. Und in der Mitte der Halle sind unzählige Sitzplätze. Allerdings war es hier brechend voll und wir fanden keinen Sitzplatz. Außerdem war die die Auswahl zu groß und wir konnten uns nicht entscheiden.

Also entschlossen wir uns, wieder den Hügel nach Bairro Alto hoch zu gehen. Eine scheinbar endlose Treppe führte vom Markt den Hügel hoch. Also wir endlich oben angekommen waren merkten wir, dass ein paar Meter weiter die Standseilbahn Elevador da Bica gewesen wäre. Aber wer weiß, ob die um diese Zeit überhaupt noch gefahren wäre.

Kaum waren wir in dem für seine Kneipen bekannten Viertel angekommen, bekamen wir natürlich wieder Drogen angeboten. War es heute Mittag noch Hasch, so konnte man um diese Zeit auch ohne Probleme an Kokain kommen. Die Drogenverkäufer ließen sich noch schnell abwimmeln, doch versuchten hier einige Leute, jede Menge Klüngel an die Touristen zu verkaufen. Diese Verkäufer waren dann schon etwas hartnäckiger. Wir konnten aber alle Versuche abwehren und fanden einen freien Tisch vor einem portugiesischen Restaurant, dem Volta dos Sabores.

Die nette Kellnerin konnte zwar nur gebrochen Englisch, sie gab sich aber alle Mühe und die Verständigung klappte trotzdem. Als Vorspeise bestellten wir einen Teller Shrimps. Sau lecker, für jemanden der keinen Knoblauch mag aber nicht zu empfehlen. Auf der Karte stand auch Bacalhau (Stockfisch), ein typisch portugiesisches Essen. Der getrocknete Kabeljau galt früher als „Arme-Leute-Essen“, schmeckte aber fantastisch. Natürlich wurde hier auch nicht am Knoblauch gespart. Natürlich kamen die Trödelverkäufer auch zu uns an den Tisch. Nachdem wir uns dann endlich hatten überreden lassen und irgendeinen Nutzlosen Kram gekauft hatten, haute der Verkäufer dann auch endlich ab. Wir tranken auch nur noch unser Bier auf und nahmen gegen 23 Uhr die Metro zum Hotel. Wir waren ja mittlerweile auch fast 24 Stunden wach…

<- Vorbericht                   Tag 2 - Tejo, Alfama und Sporting->

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