Joomla Plugin

Tag 3 - Glendalough und Küste um Wicklow

Freitag, 09.10.2015

 

Wicklow Mountains

Morgens ging es für uns erst mal zum Flughafen. Hier hatten wir einen Mietwagen für zwei Tage gebucht. Also machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Unterwegs gab es noch ein kleines Frühstück und an jedem Kiosk, an dem wir vorbei gingen, strahlten uns die Titelschlagzeilen „World-Beater“ an. Scheinbar war ganz Irland noch im Freudentaumel. Dann steigen wir in den Airlink Bus ein, der uns zum Flughafen brachte. Wir gingen zum Europcar Schalter und wurden direkt zum Shuttle Bus verweisen. Mittlerweile findet die Fahrzeuganmietung auch direkt an der Mietwagen Station statt. Keine Ahnung, welche Funktion die Leute direkt am Flughafen noch haben. Nach wenigen Minuten waren wir an der Mietwagenstation und mussten erst mal eine Nummer ziehen. Dann waren wir an der Reihe. Ich hatte über billiger-mietwagen.de schon einen SUV mit Vollschutz gebucht. Natürlich wollte uns die Dame von Europcar auch den hauseigenen Vollschutz anbieten, der aber um einiges teurer gewesen wäre. Nach ein paar Versuchen hatte sie das dann auch begriffen, und wir bekamen unseren Schlüssel. Wir gingen einmal ums Auto, konnten aber keine Beschädigungen feststellen. Dann stiegen wir in unseren schneeweißen Hyundai I35 und machten uns auf den Weg zur Autobahn.

Zwar bin ich schon einige Male auf der falschen Seite gefahren, allerding ist es jedes Mal wieder eine Umstellung. Und gerade in dem rieseigen Kreisel an der Autobahnauffahrt, in dem es verschiedene Abbiegespuren gibt. Da ich nicht den ganzen Verkehr aufhalten wollte, wie der Mietwagen vor uns gab es eben eine Zusatzrunde Kreisverkehr und wir gelangten endlich auf die M1. Kurz danach wechselten wir auf die M50 und fuhren um Dublin herum in Richtung Wicklow Mountains. Unser Ziel war die Old Military Road, die R115, die mitten durch die Wicklow Mountains führt. Wir verließen die M50 an der Ausfahrt 12 und nach einigen Abzweigungen erreichten wir die R115. Ab jetzt wurde es eng und kurvenreich und Stefan wollte sich auch mal als Fahrer versuchen. Kein Problem, Fahrerwechsel und weiter ging es. Nach wenigen Kilometern standen auch schon die ersten Schafe auf der Straßen. Kaum aus Dublin raus, und schon fühlt man sich wie in einer anderen Welt.

Kurz vor dem Laugh Bray entschlossen wir uns, auf eine kleine Straße abzubiegen. Jetzt wurde es noch enger als auf der ohnehin schon schmalen Military Road. Allerdings war hier auch gar nichts mehr los. Die schmale Straße zog sich endlos, immer den Blick aufs Tal des Glencree River. Nach einiger Zeit kamen wir plötzlich an die Abzweigung zur Powerscount Wasserfall. Doch unser Fahrer war mittlerweile so in seinem Element und fuhr auch schnurstracks vorbei. Kurz danach erreichten wir die nächste „Hauptstraße“ und fuhren weiter bis Glendalough. 

 

Glendalough

Nach weiteren 20 Minuten erreichten wir dann Glendalough, das „Tal der zwei Seen“. In dieser alten Klostersiedlung wirkte der heilige Kevin im 6. Jahrhundert. Im Mittelalter lebten hier bis zu 3000 Menschen, jetzt befindet sich hier nur noch die Klosterruine. Wir stellten unser Auto am Visitor Center ab und gingen erst mal den Wanderweg entlang zum Upper Lake. Dieser Weg führt erst am Lower Lake vorbei und geht dann durch den Wald zum Upper Lake. Hier bogen wir dann auch zum Upper Lake Car Park ab, an dem sich zufälligerweise auch ein Imbiss befand.

Mittlerweile war es ja schon Mittag und wir hatten so langsam Hunger. Wir bestellten uns Burger, Hot Dogs und Chicken Nuggets und setzten uns an einen der Tische. Dann dauerte es auch nicht lange, und ein hungriger Vogel leistete uns Gesellschaft. Er sprang aufgeregt auf dem Tisch herum, merkte aber dass er von uns wohl erst mal kein Futter bekommen würde. Also schwirrte er weiter zum nächsten Tisch.

Nachdem wir aufgegessen hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Visitor Center. Mittlerweile wurde hier ein langer Holzsteg angelegt, der von hier nach Glendalough führt. Also nahmen wir den Weg natürlich. Es geht immer über die Holzbohlen an der anderen Seite des Lower Lake vorbei, durch eine Art Heide-Sumpflandschaft. Von hier hat man einen schönen Blick auf den Lower Lake und auf die Klosteranlage. Außerdem kann man hier Schafen und Rehen beim Grasen zusehen.

Dann gingen wir durch die alte Klosteranlage. Hier erlebt man das typisch Bilderbuchirland. Hier sind einige alte Klosterruinen zu sehen, teilweise noch sehr gut erhalten, wie z.B. der Rundturm und Kevins Kitchen. Zwischen den Gebäuden stehen unzählige Grabsteine, viele davon sind schon sehr alt und stehen schief oder sind mit Moos und Sträuchern bewachsen. Dazwischen findet man auch teilweise aktuelle Gräber, es scheinen also noch ein paar Leute hier zu leben (oder gelebt zu haben). Wir gingen eine Weile durch die Anlage und machten uns dann auf dem Weg zurück zum Auto. Am Visitor Center fanden wir dann noch eine Bank, die in einem herzförmig ausgeschnittenen Busch steht. Irgendwie konnte ich aber keinen davon überzeugen, sich für ein Foto auf die Liebesbank zu setzen. Ich verstehe gar nicht, warum ;-)

 

Küste um Wicklow

Dann wollten wir wenigstens noch einmal an die Küste, also verließen wir die Wicklow Mountains und fuhren bis Arklow. Der Weg bis in das Küstenstädchen ging recht schnell, in Arklow hieß es dann aber, sich im Stop and Go durch die Stadt zu quälen. Nach einer Weile hatten wir das dann aber geschafft und waren auf der R750 in Richtung Wicklow. Diese schöne Straße führt von Arklow bis Wicklow die ganze Zeit an der Küste entlang. Kurz hinter Arklow hielten wir dann am Ennereilly Beach. An diesem tollen Sandstrand liegen unzählige Muscheln herum.

Dann ging es über die schmale Küstenstraße weiter bis Wicklow, dem Verwaltungssitz des gleichnamigen Countys. Hier bogen wir zum Black Castle ab. Die Überreste dieser alten Ruine thronen auf einem Felsen über dem Meer. Auf der Grünfläche davor stehen ein paar alte Kanonen und Anker. Außerdem geht der Blick über den River Vartry auf den kleinen Hafen von Wicklow. Für einen Zwischenstop ganz nett.

 

Temple Bar

Wir verließen die Küste um Wicklow und fuhren wieder in die Hauptstadt Irlands. Mittlerweile herrschte Feierabendverkehr und der Verkehr staute sich stadteinwärts. Nach einiger Zeit hatten wir dann aber endlich unser Hotel erreicht und stellten das Auto im Parkhaus am St. Stephens Green ab. Nach einem ersten Bier in der Hotelbar ging es dann wieder ins Getümmel von Temple Bar. Wir gingen erst zum Temple Bar Square und suchten uns eine Kleinigkeit zu essen. Während eine Band auf dem Platz spielte, ergatterten sich die Ersten eine Pizza bei einem Take Away. Dieser Fraß sah aber weder lecker aus, noch schien es außerordentlich gut zu schmecken. Also entschlossen wir uns, kurz beim goldenen M einzukehren, zumindest weiß man da ja, auf was man sich einlässt.

Der erste Hunger war gestillt, also konnte es weiter gehen. Wir gingen durch die vollen Straßen und kehrten im Oliver St. John Gogarty ein, neben der Temple Bar wohl der bekannteste Pub in Dublin. Auf einer großen Flagge wurden die deutschen Supporter begrüßt, dementsprechend viel deutsch wurde hier auch gesprochen. Wir ergatterten uns einen Platz draußen und überall war schwäbisch, bayrisch oder sonstiges kauderwelsch zu hören. Also stellten wir kurzerhand auf Plattdeutsch um. Wenn wir die schon nicht verstehen konnten, sollten die uns auch nicht verstehen.

Wir holten ein paar Runden Bier und gingen immer mal wieder in den brechend vollen Pub. Im Innenraum waren glücklicherweise nicht nur Deutsche, sondern auch Einheimische, und die Zweimann-Band brachte die Stimmung so langsam zum Brodeln. Neben Evergreens zum mit grölen wurden natürlich auch typische irische Songs zum Besten gegeben. Wir ließen uns von der guten Stimmung anstecken und Tobi und ich verpassten uns erst mal ein Face Painting, was in einer Ecke angeboten wurde. Wir ließen uns das Guinness auf die Wange malen, während dessen hantierte der Barkeeper mit einem Dutzend Gläsern herum und stapelte die halb vollen Gebinde in mehreren Etagen auf der Theke. Scheinbar galten die Gesetze der Schwerkraft hier nicht. Hier ist Bier zapfen eben auch etwas Show.

Irgendwann verließen wir den Pub dann und das Hungergefühl machte sich wieder breit. Im La Gondola schräg gegenüber vom Pub teilten wir uns dann eine leckere Pizza, dann gingen wir weiter durchs mittlerweile proppenvolle Kneipenviertel. Die Polizei musste mittlerweile schon mit Pferden die Straßen freihalten. Die Temple Bar war wieder brechend voll, also holten wir und ein Bier im „The Norseman“. In diesem kleinen Pub war es mittlerweile aber auch so voll, dass wir in der Tür stehen mussten, also gingen wir nach der Runde wieder weiter. Schräg gegenüber befand sich das Fitzsimons, also versuchten wir da unser Glück. Dieser Pub ist um einiges größer, also war es hier schon eher möglich, eine Lücke zu finden. Zwar war es hier auch sehr voll, durch die Größe konnte sich die Menge aber besser verteilen. Auf der Bühne gab es wieder Live Musik und die Stimmung war wieder grandios.

Temple Bar wurde seinen berühmt berüchtigten Ruf gerecht. Eigentlich wollten wir schon im Hotel sein, aber die Stimmung in den Pubs war einfach gigantisch. Wer schon mal in Dublin ist, sollte sich das nicht entgehen lassen. Auch wenn hier viele Touristen sind, bekommt man doch einen klasse Einblick in die irische Pubkultur. Vor allem am Wochenende tobt hier der Bär.

Wir bestellten noch ein paar Runden, dann rief doch irgendwann das Bett, wir wollten ja morgen schließlich relativ früh wieder los. Auf dem Rückweg mussten wir natürlich noch etwas essen und hatten wirklich Glück. Wir holten uns eine wirklich leckere Pizza bei Ray’s Pizza an der Upper Fownes Street. Wieso hatten wir diese Pizzeria nicht schon auf dem Hinweg entdeckt…

 

Gefahrene Kilometer: 196

<- Tag 2 - Guinness und EM Qualifikation                    Tag 4 - Newgrange und Rückreise ->

Gefällt euch der Bericht?

Dann freuen wir uns über eine Berwertung:

Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...