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Tag 4 - Nationalpark Thy, Bunkermuseum und Bulbjerg

Samstag, 18.06.2016

 

Hanklit

Wir frühstückten gemütlich in unserem Ferienhaus, dann machten wir uns um kurz nach Neun auf den Weg zum Fähranleger. Wir stellten uns in die kurze Schlange und schauten der Fähre beim Anlegen zu. Pünktlich um 9:30 Uhr standen wir auf der Fähre und setzten von Hvalpsund nach Sundsøre über. Auf dem Weg zur Insel Mors kamen wir durch einen festlich geflaggten Ort. Links und rechts der Straße war ein Spalier aus dänischen Flaggen aufgestellt. Wirklich nett anzusehen.

Dann fuhren wir wieder quer über die Insel Mors und bogen kurz vor Sundby von der Hauptstraße ab. Unser Ziel war Hanklit, ein 62 Meter hoher Fels, der als steile Klippe zum Limfjord hin abfällt. Nach einigen Kilometern auf schmalen Wegen standen wir dann aber plötzlich auf einem kleinen Hof und die Straße endete am Fjord. Hier waren wir zwar falsch, von diesem Hof konnten wir aber schon einen schönen Blick auf die Klippe werfen.

Wir drehten wieder um und fanden den richtigen Weg zum kleinen Parkplatz am Fuße der Klippe. Von hier kann man entweder einem kleinen Pfad hoch auf die Klippe folgen, oder man geht unten am Strand entlang. Da das Wetter diesig war, verzichteten wir auf die wohl nicht vorhandene Aussicht von der Klippe und gingen am Steinstrand entlang. Neben vielen unzähligen kleinen Steinen sind hier auch einige Felsen am Strand zu finden, die der Fjord aus der Klippe gewaschen hat. Mit etwas Glück kann man hier auch Fossilien finden.

Wir gingen den Strand einige hundert Meter entlang bis zum höchsten Punkt der Klippe. Hier drehten wir um und blieben an einer Stelle stehen, an der die Klippe ein Stück abgerutscht war. Hier hatte sich auf ein paar Metern Höhe eine kleine Ebene gebildet. Ich kletterte den kleinen Abhang hoch um wenigstens die Aussicht von hier zu genießen.

Dann gingen wir wieder zurück zum Parkplatz und versuchten Fossilien zu finden. Allerdings hatten wir kein Glück und verließen Hanklit wieder. Diese Klippe ist zwar kein muss, bei schönen Wetter hat man aber bestimmt eine tolle Aussicht.

 

Nationalpark Thy – Stenbjerg Landungsplads

Über die Vilsundbroen verließen wir die Insel Mors wieder und fuhren auf direktem Weg nach Stenbjerg. Das kleine Dorf liegt im Nationalpark Thy, dem ältesten Nationalpark Dänemarks. Wir hielten am „riesigen“ Infocenter an, das kann man aber auch getrost auslassen, wenn man schon eine Broschüre über den Park hat.

Dann fuhren wir zum Stenbjerg Landungplads, einem historischen Landungsplatz für Fischerboote, die hier mangels Hafen auf den Strand gezogen werden mussten. Der Landungsplatz besteht eigentlich nur aus einer Straße zum Strand, an der ein paar Häuser stehen. Was sich erst mal wenig spektakulär anhört, ist aber einen kleinen Abstecher wert. 

Die alten Häuser stehen in den Dünen und man hat einen tollen Blick über die Straße auf den Strand. Früher war hier ein bedeutender Fischfangort, heute ist in den wenigen Häusern ein Museum eingerichtet. Scheinbar versuchen die Dünen permanent, die Straße und die Häuser einzunehmen, denn der feine Sand reichte bis an die Hausmauern. Und auf dem breiten Sandstrand lagen einige Boote.

Irgendwie fühlte man sich direkt in die Zeit um 1900 zurückversetzt. Nur ein altes Ehepaar, das mit dem SUV direkt vor dem Stand parken musste, anstatt den 100 Meter vorher liegenden Parkplatz zu benutzen, zerstörte die Idylle ein wenig. Wir schlenderten noch ein wenig an den Häusern vorbei und verließen diesen netten Ort wieder.

 

Nationalpark Thy – Nørre Vorupør

Wir fuhren wenige Kilometer gen Norden nach Nørre Vorupør. Dieser hübsche, kleine Ort lebt scheinbar vom Tourismus. In den Dünen sieht man überall Ferienhäuser und im Ort war es schwer, einen Parkplatz zu finden. Aber wir hatten Glück und auf dem kleinen Parkplatz im Zentrum wurde gerade eine Parklücke frei. Hier befindet sich ein großes Nordseeaquarium, das wir aber nicht besuchten.

Uns zog es wieder an den Strand, der hier auch als Landungsplatz für Boote genutzt wird. Doch hier lagen nicht nur drei Boote, der ganze Strand war voll. Über 20 Boote lagen hier auf dem Trockenen. Ein wirklich tolles Bild.

In den Dünen befanden sich einige rot-weiße Hütten und Türme. Natürlich musste ich mir die auch angucken. Leider habe ich keine Info gefunden, welche Nutzung die Hütten haben. Auf jeden Fall sehen sie hübsch aus zwischen den Dünen. Von hier Oben hat man auch noch einen netten Blick über Nørre Vorupør, die Dünen und den Strand.

Dann verließen wir diesen hübschen Ort wieder und fuhren weiter nördlich, durch eine karge Dünen- und Heidelandschaft, nach Klitmøller. Dieser Surfer Hotspot wird auch „Cold Hawaii“ genannt. Hier wollten wir eigentlich ein Restaurant zum Essen suchen, allerdings war der kleine Ort völlig überlaufen. Da wir keinen Parkplatz fanden, und sich die Restaurants scheinbar auch in Grenzen hielten, drehten wir wieder um und fuhren weiter nach Hanstholm, am nördlichen Ende des Thy Nationalpark.


Hanstholm - Bunkermuseum

Nach wenigen Kilometern erreichten wir Hanstholm. Schon vor dem Ort waren einige große Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg in den Dünen zu sehen. Wir fuhren aber weiter durch den großen Fischereihafen in den Ort. Hanstholm liegt für die Fischerei günstig, am Nordwestzipfel Dänemarks. Daher laufen von hier einige Fischereiflotten aus. Wir fuhren aber erst mal zu einer etwas verkommenen Mall und suchten uns etwas zu Essen. Viel Auswahl gab es hier zwar nicht mehr, allerdings fanden wir einen Imbiss und konnten unseren Hunger bekämpfen. Gegenüber vom Imbiss lag ein Pub, der gegen 13 Uhr schon gerammelt voll war.

Danach fuhren wir zum Bunkermuseum. Hanstholm war im zweiten Weltkriegs Teil des Atlantikwalls. Durch die geographische Lage war Hanstholm hervorragend geeignet, um einen großen Teil der Nordsee zwischen Dänemark und Norwegen zu überwachen. Schon am Parkplatz „begrüßte“ uns ein gewaltiges, 100 Tonnen schweres, 38cm Geschütz. Dieses Geschütz hatte eine Reichweite von 55 Kilometern und sollte zusammen mit einem Geschütz in Norwegen die Einfahrt der englischen Flotte in den Skagerrak verhindern.

Zuerst sahen wir uns das interessante Dokumentationszentrum an. Hier sind Geschichten aus den zweiten Weltkrieg und viele Fakten zum Krieg und dem Atlantikwall zu sehen. Außerdem sind einige Funde aus dem Krieg ausgestellt. Danach gingen wir dann die Treppe runter in die alte Bunkeranlage. Hier waren noch die Schienen des alten Munitionszuges zu sehen, mit dem die Munition im Bunker transportiert wurde.

In einem Raum waren sogar die riesigen Geschosse ausgestellt. Von den Munitionsräumen gab es Durchreichen zu einem zweiten Zug, der direkt um den großen Drehteller des gewaltigen Geschützes herumführte. Auf der anderen Seite des Drehtellers waren die Mannschaftsbunker untergebracht, die auch besichtigt werden konnten. Ein wirklich toller Einblick in die dunkle Geschichte unseres Landes, mal aus der Sicht eines besetzten Volkes.


Hanstholm – Batterie Hanstholm I

Wir gingen noch kurz einen Pfad durch den Wald am Museum entlang. Hier waren noch einige weitere Bunker zu sehen. Dann fuhren wir zurück zum Ortseingang, zur Batterie Hanstholm I, die wir schon von der Straße aus gesehen hatten. Karin hatte keine Lust mehr auf weitere Bunker, ich wollte mir die Batterie aber noch angucken.

Also hielten wir an einem kleinen Parkplatz an der Hauptstraße. Von hier führte schon ein ausgetretener Pfad durch die Dünen zu den Bunkeranlagen. Nach dem Krieg hatte die dänische Regierung die Bunker zunächst verschütten lassen. Bis bemerkt wurde, dass diese Anlagen einen touristischen Reiz ausüben. Danach wurden viele Anlage wieder zugänglich gemacht.

Nach ein paar Minuten hatte ich die ersten Bunker erreicht. Erst jetzt konnte man erkennen, wie dick die Betonwände wirklich sind. Es war nichts abgesperrt und man konnte in alle Bunker hineingehen. In einigen Bunkern waren noch die Verschraubungen der alten Geschütze zu sehen. Hinter den Bunkern konnte man noch über die alten Verbindungswege gehen. Wirklich beeindruckend, diese Bunker von Nahem zu sehen. Aber auch etwas bedrückend, wenn man an den Nutzen der Betonklötze denkt.


Bulbjerg

Danach fuhren wir zum etwa 30 Kilometer entfernten Bulbjerg. Der Bulbjerg ist ein 47 Meter hoher Kalkfelsen am Anfang der Jammerbucht und der einzige Vogelfelsen Dänemarks. Wir stellten unser Auto auf dem Parkplatz ab und gingen den kurzen Fußweg zur Klippe. Leider war es an diesem Tag diesig und sehr windig, aber auch bei diesen Bedingungen war die Aussicht schon toll. Bei Sonne hat man bestimmt einen traumhaften Blick auf die Jammerbucht.

Doch nicht nur die Aussicht lockt Besucher hierher, sondern auch ein alter Bunker aus dem zweiten Weltkrieg. Auf diesem Berg stand nämlich der Peilstand für das gewaltige Geschütz in Hanstholm. Von diesem Fels hatte man natürlich einen guten Blick auf feindliche Boote. Wir schauten uns den Bunker an und ließen unseren Blick noch einmal in die Ferne schweifen, dann gingen wir zurück zum Auto.

Am Fuße des Bulbjergs bogen wir dann aber noch kurz zum Strand ab. Vom Parkplatz hatten wir schon einen schönen Blick auf den Berg, aber wir wollten natürlich zum Strand. Also kletterten wir über die Düne und standen auf einem langen Strand. Vor uns erstreckte sich die Jammerbucht, nach links erstreckte sich ein scheinbar endloser Strand und auf der rechten Seite thronte der Bulbjerg.

Wir gingen über den steinigen Sandstrand, denn wir wollten zum Fuße des gewaltigen Kreidefelsens. Am Fels kommt man auch nicht trockenen Fußes vorbei, denn der Bulbjerg ragt hier bis ins Meer. Je näher wir dem Berg kamen, umso mehr weiße Felsstücke lagen auf dem Strand. Wind und Wasser hatten teilweise skurrile Formen aus den Felsstücken herausgearbeitet.

Vom Strand aus konnte man dann auch die Vögel im Fels entdecken, der von hier unten noch gewaltiger aussah. Wir schauten uns die Vogelscharen an, die über das Wasser flogen und deren Geschrei in der Brandung unterging. Dann gingen wir wieder zurück zum Auto und verließen den Bulbjerg und die Jammerbucht. Wir hatten ja schließlich noch eine einstündige Rückfahrt vor uns. Gegen 18 Uhr erreichten wir dann unser Ferienhaus und planten den nächsten Tag.

Gefahrene Kilometer: 245

Übernachtung: Ferienhaus in Hvalpsund, 250€ für eine Woche (gebucht über Casamundo)

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